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"Extreme Lage wie seit Jahren nicht"
Die Folgen des Unwetters sorgen derzeit in der Steiermark für einen Ausnahmezustand. Auch am Sonntag sind Überschwemmungen nicht ausgeschlossen. Kurt Kalcher, Leiter des Katastrophenschutzes, im Interview.

Foto © Sonja Haider-KrätschmerKurt Kalcher, Katastrophenschutz-Leiter, brach Urlaub ab
In der Steiermark hat man heuer den Eindruck, dass ein Unwetter das nächste jagt.
KURT KALCHER: Ja, so eine extreme Lage hatten wir seit Jahren nicht. Örtlich regnete es die halbe Niederschlagsmenge eines Monats herab. Die Böden sind aufgeweicht, ein kleiner Guss reicht für Vermurungen.
Lässt sich das nicht eher prognostizieren, um vorzuwarnen?
KALCHER: Leider waren derartige Mengen nicht absehbar.
Das Schadensausmaß?
KALCHER: Lässt sich noch nicht beziffern. Aber man kann von einem Vielfachen jener Schäden ausgehen, die Paula und Emma angerichtet haben.
Manche sagen, es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.
KALCHER: Sagen wir so: Seit 2005 sind bei uns absonderliche Ereignisse häufiger zu beobachten. Wenn man bedenkt: Im Raum Mariazell fielen drei Meter Schnee. Oder: In Obdach (Unwetter im Juli, Anm.) gab es innerhalb weniger Stunden 180 Liter Niederschlag. Und jetzt diese Unwetter.
Wie wird geholfen?
KALCHER: Die Feuerwehr ist mit mehr als 1200 Mann (Stand Samstagnachmittag, Anm.) im Einsatz. Auch das Bundesheer marschiert auf. In Summe helfen rund 1500 Personen.
Gehen Ihre Prognosemodelle von weiteren Unwettern aus?
KALCHER: Momentan ist anzunehmen, dass der Regen zurückgeht. Man muss aber die Flüsse, die Mur im Auge behalten. Überschwemmungen am Sonntag sind nicht ausgeschlossen. Die betroffenen Bürger werden von den Feuerwehren und den Bürgermeistern rechtzeitig informiert.

























