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    Zuletzt aktualisiert: 22.07.2012 um 16:57 UhrKommentare

    Hochwasser: "Das Schlimmste ist überstanden"

    In Graz mussten durch das Hochwasser mehrere Brücken über die Mur gesperrt werden. Die Umleitung der Linie E konnte am späten Nachmittag aufgehoben werden.

    Zugänge zur Mur und mehrere Brücken wurden im Grazer Stadtgebeit gesperrt

    Foto © Arina KösslerZugänge zur Mur und mehrere Brücken wurden im Grazer Stadtgebeit gesperrt

    "Das Schlimmste ist überstanden", hieß es Sonntagvormittag seitens der Landeswarnzentrale Steiermark. Die Pegelhöchststände sollten nach Berechnungen der Experten erreicht sein, Entwarnung sei das aber noch keine. In Deutschfeistritz und Wildon trat die Mur über die Ufer, Brücken sowie Unterführungen in Graz und Umgebung mussten aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Die Pegel erreichten mehr als sechs Meter. Ein junger Feuerwehrmann wurde leicht verletzt.

    Acht Gebäude in Deutschfeistritz unter Wasser

    In Deutschfeistritz (Bezirk Graz-Umgebung), wo Samstagabend die Mur über die Ufer getreten ist, waren die ganze Nacht über die Freiwilligen Feuerwehren im Einsatz. Sprecher Dietmar Jantscher erklärte, dass sich die Lage Sonntagfrüh als stabil bezeichnen ließ. Sechs Feuerwehren mit 65 Helfern und 15 Fahrzeugen waren nach wie vor im Einsatz, haben die Kollegen der Nachtschicht abgelöst und versuchten mit Pumpen überschwemmte Gebäude trocken zu bekommen.

    Insgesamt seien acht Gebäude, davon sieben Wohnhäuser, von den Fluten bis zu eineinhalb Meter unter Wasser gesetzt worden. Die Mur überschwemmte die Uferbereiche großflächig. Eine Evakuierung der betroffenen Gebäude war laut Jantscher vorerst nicht nötig. Nachdem sich die Gefahr eines erhöhten Pegelstandes in den Morgenstunden nicht verschärft hatte, versuchte man, mit Pumpen das hoch stehende Wasser im Uferbereich wegzuschaffen. Doch jene Menge, die man abpumpte, floss sofort wieder nach, erklärte der Feuerwehrmann. Ein junger Kollege von der Freiwilligen Feuerwehr Deutschfeistritz hat sich beim Einsatz leichte Verletzungen zugezogen, wurde ins Spital gebracht und befand sich am Sonntag schon am Weg der Besserung.

    Autofahrer stürzte in Göß-Bach

    In Göß (Bezirk Leoben) stürzte am Samstag gegen 21.00 Uhr ein 51-jähriger Niederösterreicher mit seinem Pkw in den hochwasserführenden Göß-Bach, konnte sich aber selbst befreien. Während der Lenker mit dem Schrecken davonkam, konnte die Feuerwehr sein Fahrzeug vorerst nur sichern. Eine Bergung war nicht möglich.

    Grazer Brücken gesperrt

    Im Grazer Stadtgebiet wirken sich gesperrte Brücken, wie etwa die Hauptbrücke, nicht nur auf den Individualverkehr, sondern auch auf den öffentlichen Verkehr aus. Laut Holding Graz muss der gesamte Ersatzverkehr für die Straßenbahnlinien 1, 3, 6 und 7, der im Sommer wegen Bauarbeiten mit Bussen geführt wird, über die Wielandgasse und die Radetzkybrücke ausweichen. Die Haltestellen Andreas-Hofer-Platz, Schloßbergbahn und Schloßbergplatz wurden vorerst nicht angefahren. Erst am späten Sonntagnachmittag konnte die Umleitung der Linie E (Ersatzverkehr für die Straßenbahnlinien 1, 3, 6 und 7) aufgehoben werden.

    Judendorf-Straßengel: Unterführung gesperrt

    Eine Sperre nördlich von Graz musste am Samstag für die Unterführung zwischen Graz-Raach und Judendorf-Straßengel eingerichtet werden, denn sie stand beinahe einen halben Meter unter Wasser. Die Feuerwehr Judendorf-Straßengel pumpte mehrere 1.000 Liter Wasser aus der Unterführung ab. Die Arbeiten mussten jedoch nach einer Stunde eingestellt werden, da immer mehr Grundwasser nachfloss.

    Betroffen war auch der bekannte Murradweg R2, der in den Nachtstunden an mehreren Stellen von der Mur überschwemmt wurde. Laut Landeswarnzentrale wurde das 30-jährige Hochwasser nicht wie prognostiziert erreicht. Dennoch trat die Mur wie befürchtet im Raum Wildon südlich von Graz an manchen Stellen über die Ufer.

    Bundesheer in St. Lorenzen

    In St. Lorenzen im Paltental blieb es die Nacht über ruhig. Sonntag gegen 7.30 Uhr starteten 181 Pioniere des Bundesheeres mit den Aufräumarbeiten. Die am Samstag teilweise abgeschnittenen Ortschaften seien zur Versorgung wieder erreichbar, hieß es von der Landeswarnzentrale. An der Zufahrt zum Ort Oppenberg werde noch gearbeitet. Zu den fünf Ortschaften, in denen am Samstag der Katastrophenalarm ausgerufen worden war (Etmißl, Thörl, Pusterwald, Kleinsölk und Tragöß), kamen über Nacht keine weiteren hinzu.

    Toter in Thörl

    Die Unwetter hatten auch ein Todesopfer gefordert. Am Freitagabend starb in Thörl (Bezirk Bruck an der Mur) ein 47-jähriger Fußgänger unter einer Mure. Betroffen von Murenabgängen und Überschwemmungen waren die Bezirke Liezen, Murau, Murtal, Leoben, Bruck, Mürzzuschlag und Graz-Umgebung. Der Ort Oppenberg (Bezirk Liezen) war nach Murenabgängen auf beiden Zufahrtsstraßen sogar gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. 160 Soldaten des Bundesheeres rückten aus, um bei den Aufräumarbeiten zu helfen. Umweltminister Nikolaus Berlakovich (V) sicherte 1,5 Millionen Euro an Soforthilfe aus Mitteln des Bundes für die Steiermark zu.


    Foto

    Foto © APA

    Bild vergrößernDie Murinsel bleibt gesperrtFoto © APA

    Umleitung in Graz

    Die Unterführung beim Kastner & Öhler wurde für den gesamten Verkehr gesperrt. Die Linie E (Ersatzbus für 1,3,6,7) muss umgeleitet werden. Die Haltestellen Andreas-Hofer-Platz, Schloßbergbahn und Schloßbergplatz können nicht angefahren werden.

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