Bezirks- und Gemeindesuche
Preisvergleich: 9 von 14 Waren wurden teurer
Viermal kaufte die Kleine Zeitung im vergangenen Jahr für Sie zum Vergleich Lebensmittel ein. Beim letzten Testeinkauf gaben wir um 9,6 Prozent mehr aus als beim ersten.

Foto © APA | Sujetbild
Für den ersten Einkauf legten wir noch 24,32 Euro hin. Für den letzten - genau ein Jahr später - 26,66*: Der Lebensmittel-Preisvergleich, den die Kleine Zeitung von Juli 2011 bis Juli 2012 durchzog, endete diese Woche mit einem Plus von 2,34 Euro - oder 9,62 Prozent!
Die Idee war eine einfache: Nachdem sich immer mehr Konsumenten über massive Teuerungen bei Lebensmitteln beklagten, wollten wir die Probe aufs Exempel machen. Sind die Preissteigerungen nur eine subjektive Empfindung - oder bleibt beim gleichen Einkauf tatsächlich immer weniger im Geldbörsel.
14 Produkte waren es, die wir im Juli und November 2011 sowie im März und Juli 2012 ins Supermarkt-Wagerl packten - Waren, die einen durchschnittlichen Einkauf repräsentieren sollten: Milch, Nudeln, Eier, Zucker, Mehl, Tee, Orangensaft, ein Fru-Fru, Butter, Käse, Schinken, Brot, Kekse und eine Flasche Bier. Wobei uns ein Problem bis zuletzt verfolgte: Brot lässt sich kaum vergleichen. Obwohl wir am Anfang bewusst ein abgepacktes Produkt einer größeren Firma wählten, war dieses bei keinem weiteren Einkauf mehr lagernd. Entweder es gab das gleiche Brot, aber in kleineren Mengen und dabei auffallend teurer, oder wir mussten alternativ ein anderes einpacken. So auch diesmal.
Gleich vorweg: Der von der Verkäuferin alternativ empfohlene Wecken schlug auch diesmal kräftig zu Buche, er kam auf einen Kilopreis von 3,93 Euro. Beim letzten Einkauf hatten wir für ein anderes Kilogramm Brot noch 3,65 Euro bezahlt - für das originale Krustenbrot beim ersten Einkauf 2,19 Euro, im November dann schon 2,39 Euro.
Auch wenn sich das Brot damit nicht direkt vergleichen lässt, auffallend ist schon: Letztlich legten wir für ein Kilo fast das Doppelte hin.
Abgesehen vom Brot verteuerte sich diesmal auch noch der Tee. Und zwar um zehn Cent (2,49 statt 2,39 Euro). Macht 4,18 Prozent plus. Dafür war die Butter gegenüber den letzten beiden Einkäufen billiger - um zehn Cent (0,95 statt 1,05 Euro) oder 9,52 Prozent minus.
Bilanz: Von insgesamt 14 Produkten wurden im Laufe des Jahres neun teurer und eines zuletzt wieder billiger - nur der Käse, das Mehl, die Spaghetti, die Eier und der Schinken blieben unterm Strich das ganze Jahr gleich. Vier Preissteigerungen mussten wir schon von Juli auf November schlucken, vier weitere von November auf März und jetzt - unabhängig vom Brot - noch eine.
Billiger wurden zwischendurch einmal die Neapolitaner-Schnitten - um dann gleich wieder noch teurer als zuvor zu werden -, und die Butter: Trotz einer Preissteigerung zwischendurch bezahlten wir diesmal für 125 Gramm Teebutter weniger als noch vor einem Jahr (damals 99 Cent, ab November 1,05 Euro und jetzt 95 Cent). *In Summe ist jeweils ein Kilogramm Brot gerechnet, allerdings (da am Einkaufstag nicht verfügbar) nicht gleiche Sorte und Preis.
Features
Kommentar
Zum Thema
Fakten
9 von 14 Lebensmitteln unseres Preisvergleichs wurden teurer. Die Erhöhungen lagen bei einzelnen Waren (z. B. Zucker) bei bis zu 20 Prozent. Ist das normal?
JOSEF KAUFMANN: Leider gehören neben den Energiekosten und den Kosten für das Wohnen auch die Lebensmittelpreise zu den Gründen für erhöhte Inflation. Eine Preissteigerung ist bei nahezu allen Grundnahrungsmitteln zu beobachten.
Auffallend war, dass sich einzelne Produkte fast nicht vergleichen lassen - Stichwort Brot.
KAUFMANN: Gerade im Gebäckbereich kann man eine starke Produktvielfalt beobachten, die einerseits zu begrüßen ist, andererseits aber preisbewusste Konsumenten vor kaum überwindbare Hürden stellt. Es empfiehlt sich, auf den Kilopreis zu achten.
Auch die Arbeiterkammer führt Preisvergleichstests durch. Was sind Ihrer Erfahrung nach die Preistreiber 2011/12?
KAUFMANN: Leider ist eine Preissteigerung quer über das gesamte Segment zu beobachten. Besonders sind Bäckereiprodukte, Kaffee, Schokolade, Nudeln und Speiseöl, aber auch Milchprodukte gestiegen. Es ist bei einem Marktrundgang aber zu beobachten, dass Eigenmarken wesentlich günstiger sind als Markenprodukte und dass dort die Preissteigerungen nicht hoch bzw. geringer sind.
Ihre Einspartipps?
KAUFMANN: Immer auf den Kilo- bzw. Literpreis achten und auch Handelsketten untereinander vergleichen. Sonderangebote nutzen - das setzt allerdings voraus, dass man sich in mehreren Geschäften umsehen muss, oder oft mehrere Packungen kaufen, was zu kritisieren ist.




















