Bezirks- und Gemeindesuche
15 Jahre Haft für versuchten Kokain-Schmuggel
Strengste Sicherheitsvorkehrungen in Graz: Zu 15 Jahren Haft ist ein Deutscher am Freitag wegen versuchten Drogenschmuggels am Grazer Straflandesgericht verurteilt worden. Der Angeklagte leugnete jede Schuld. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Foto © PAA/Sujet
Zu 15 Jahren Haft ist ein Deutscher am Freitag wegen versuchten Drogenschmuggels am Grazer Straflandesgericht verurteilt worden. Ihm wurde vorgeworfen, einen Kokain-Deal, bei dem es um 1,4 Tonnen Suchtgift ging, eingefädelt zu haben. Er soll versucht haben, die Drogen von Ecuador über Slowenien vor allem an die italienische Mafia weiterzuleiten. Der Angeklagte leugnete jede Schuld. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.
Für 350.000 Euro, die dabei für ihn herausgesprungen wären, war der Angeklagte offenbar bereit, einiges zu riskieren. Er soll laut Staatsanwaltschaft das Geschäft zwischen Ecuador und der Mafia eingefädelt haben. Auch einem österreichischen verdeckten Ermittler bot er einen kleinen Teil des Suchtgifts an, und so flog alles auf.
Das Verfahren fand zum Teil unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Laut Staatsanwältin Barbara Schwarz wollte der 47-jährige Angeklagte den Transport von rund 1,4 Tonnen Kokain aus Ecuador nach Slowenien organisieren, von wo aus das Suchtgift in erster Linie nach Italien hätte verkauft werden sollen. Alles war organisiert, ein Flugzeug gechartert, das Kokain lag angeblich am Militärflughafen von Quito (Ecuador) bereit - in Kisten verpackt und als "Filmausstattung" deklariert.
<Aus irgendeinem Grund flog der - nicht eingeweihte - Pilot aber den Zivilflughafen an, und es gab keine Möglichkeit, die Kisten her-oder den Flieger zum anderen Flughafen hinzubringen. Also platzte das Geschäft, und die Geldgeber reagierten äußerst ungehalten. Der Deutsche bekam Angst und wollte untertauchen. Immerhin hätten die Drogen einen Wiederverkaufswert von zumindest 196 Millionen Euro gehabt, rechnete die Staatsanwältin vor.
Bei der Befragung des Angeklagten war die Öffentlichkeit ausgeschlossen, seine Verteidigerin führte aber schon in ihrem Eröffnungsplädoyer an, ihr Mandant habe den Deal nur verhindern wollen. Tatsächlich sei außerdem gar nichts passiert, es habe nie "auch nur ein Fingerhut voll" Kokain den Besitzer gewechselt.
Am fünften Verhandlungstag wurden endlose Telefonprotokolle vorgespielt, aus denen nicht viel hervorging und zu denen sich der Beschuldigte nur sehr vage äußerte. "Ich kann mich nicht erinnern" und "Dazu kann ich nichts sagen" waren seine Standardsätze.






















