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LKH West: Was der Wechsel bringt
Die Barmherzigen Brüder werden in das LKH West ziehen: Die geheimen Details zum Einsparungspotenzial - und welche Änderungen auf die LKH-West-Mitarbeiter zukommen werden.

Foto © Kanizaj In Sachen LKH-West macht die Landesregierung nun Ernst und geht in Detailverhandlungen
Die Kleine Zeitung berichtete bereits im März und im Mai dieses Jahres exklusiv über die Pläne, dass das LKH West in Zukunft von den Barmherzigen Brüdern geführt werden soll. Nach vielen halboffiziellen Dementis wird es diese Woche endgültig soweit sein: Nach einer Gesprächsrunde mit dem Betriebsrat informiert am Mittwoch Spitalslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder die Belegschaft im LKH West.
Trotz strengster politischer Geheimhaltung weiß man bereits: Die Ordenshäuser haben dem Land eine Rahmenvereinbarung überreicht, über die in der Regierungssitzung am Donnerstag beraten werden soll.
Die Steiermärkische Krankenanstaltengesellschaft (Kages) soll das LKH West de facto aufgeben, die Barmherzigen Brüder sollen dort den Versorgungsauftrag inklusive einer Ambulanz übernehmen und das LKH West anmieten. Damit erspart sich das Land rund 65 Millionen Euro an Sanierungskosten für das Haus der Barmherzigen Brüder in Eggenberg. Man rechnet aber mit mehr als 39 Millionen an Adaptierungskosten im LKH West - bleiben also 26 Millionen Euro an Einsparungen über.
Zukunft der Mitarbeiter?
Das Land gab bereits eine Beschäftigungsgarantie für die LKH-West-Mitarbeiter. Diese wurde auch dem Betriebsrat gegenüber bestätigt. Denkbar wäre: Ein Teil der Mitarbeiter könnte in ein neues (zu bauendes) LKH Süd und in das LKH-Uniklinikum wechseln, weil in der Kages Hunderte Stellen nicht nachbesetzt wurden und neue Arbeitskräfte dringend gebraucht werden.
Die Barmherzigen Brüder wiederum benötigen zum jetzigen Stand etwa 200 Mitarbeiter mehr. Das heißt, neue Ärzte, Schwestern etc. sollen aufgenommen werden, um das gesamte Leistungs-Portfolio abzudecken.
Damit könnten LKH-West-Mitarbeiter auch am Arbeitsplatz verbleiben. Knackpunkt: Die unterschiedlichen Vertrags- und Dienstrechte von Privatangestellten und Landesbediensteten innerhalb einer Klinik würden ein reibungsloses Zusammenarbeiten wohl erschweren.
Manfred Wolf, Kages-Zentralbetriebsratsvorsitzender, kommentiert eine Mitarbeiterübernahme so: "Da müssen wir erst reden: Wie schaut das Dienst- und Besoldungsrecht aus?" Ein Ausweg, der kolportiert wurde: Das Land Steiermark und die Barmherzigen Brüder könnten Angebote für einen freiwilligen Vertragsumstieg erarbeiten.
War bei den ersten Gesprächen übrigens noch von einem Zeithorizont von fünf bis zehn Jahren die Rede, soll die gesamte Umstrukturierung jetzt in weniger als fünf Jahren geschehen.
Während die offiziellen Verhandlungen in dieser Woche politisch abgesegnet werden sollen, versuchen die Mitarbeiter rund um den LKH-West-Betriebsratsvorsitzenden Karlheinz Dieber um "ihr" Spital zu kämpfen. Am kommenden Donnerstag soll ein Riesenbanner als "Hilfeschrei" auf dem LKH West montiert werden. Auch eine eigene Facebook-Gruppe wurde inzwischen gegründet.
Der Zentralbetriebsrats-Vorsitzende Wolf betont besonders, dass man sich "um jeden Fall kümmern werde". Mit der Kages verhandelt der Betriebsrat jetzt eine eigene Betriebsvereinbarung, um alle Ansprüche zu wahren. Aber: "Im Gespräch mit Edlinger-Ploder wurde klar, dass es kein Ausstiegsszenario zum Wechsel gibt, weil man nur so zu den entsprechenden Einsparungen kommt." Wolf weiß auch : "Am 31. 12. müssen die Eckpfeiler für den Wechsel stehen."
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Die Einsparungen
Das Land Steiermark ist schwer unter Druck: Nicht einmal die Rückzahlung der Kages-Anleihen in der Höhe von 1,2 Milliarden Euro (50 Millionen Zinsen jährlich!) ist möglich - jetzt soll ein Umstrukturierungsprogramm beim Sparen helfen. Erster Schritt: Die Barmherzigen Brüder betreiben das LKH West und lassen ihren Spitalsstandort in Eggenberg auf. Einmal-Ersparnis: 26 Millionen Euro. Jährlich - die Ordenshäuser arbeiten angeblich um rund 20 bis 25 Prozent günstiger als die Ordenshäuser - sollen die Einsparungen bei über 20 Millionen Euro liegen. Und zwar bei vergleichbaren medizinischen Leistungen, die angeboten werden.




















