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    Zuletzt aktualisiert: 09.06.2012 um 19:35 UhrKommentare

    Hier backen Mörder kleine Brötchen

    Knapp 500 Straftäter sitzen derzeit in der Justizanstalt Karlau eine Haft ab. Leiter Franz Hochstrasser lädt am Samstag zum Tag der offenen Tür.

    Karlau in Graz

    Foto © APKarlau in Graz

    Mit einem großen Besen kehrt ein junger Mann mit kurz geschorenen Haaren Mehl und Brösel auf dem Fliesenboden zusammen. Es ist kurz vor 12 Uhr, für heute ist genug Brot gebacken. Auf dem Flur stehen mehrere Rollwagen, bis oben hin mit Brotlaiben vollgeschlichtet. Dazwischen lugt Bäckermeister Christian Harzl hervor, der nicht nur die Backwaren, sondern vor allem seine Mitarbeiter im Auge haben muss. Ist er doch Leiter der Bäckerei in der Justizanstalt Graz-Karlau und somit Chef über 16 verurteilte Schwerverbrecher.

    Insassen, die eine sehr lange Haftstrafe absitzen, nimmt er besonders gerne unter seine Fittiche, denn "in diesem Betrieb braucht es eine lange Anlernzeit". 13 Tonnen Schwarz- und Weißbrot werden hier pro Monat gebacken, um die Justizanstalten Karlau und Jakomini in Graz, Leoben sowie die Grazer Polizei zu versorgen. Insgesamt beherbergt die Karlau 19 Betriebe, von der Kfz-Werkstatt über die Malerei und Wäscherei bis hin zur Küche. In neun davon wird eine Lehrlingsausbildung angeboten.

    46 Mal lebenslänglich

    Es ist 12.30 Uhr, die Inhaftierten werden von Justizwachebeamten in ihren Betrieben abgeholt. Der Werktag ist zu Ende. Seit 7.30 Uhr haben rund 440 der knapp 500 Karlau-Insassen ihr tägliches Arbeitspensum erfüllt. Der Rest ist wegen körperlicher oder psychischer Beeinträchtigungen arbeitsunfähig, macht Therapien. In dem Hochsicherheitsgefängnis sind rund 100 Personen wegen eines Tötungsdelikts inhaftiert, 46 Insassen sitzen derzeit eine lebenslange Haftstrafe ab.

    Zuerst die Standeskontrolle, dann gibt es endlich Mittagessen. "Etwas Warmes, das muss reichen", antwortet ein älterer Insasse mit grauem Bart auf die Frage nach dem heutigen Menü. Vor den Hafträumen kippt er Nudeln auf Plastikteller und schüttet eine rote Soße darüber. "Kartoffelgulasch", ringt er sich doch noch zu einer Auskunft durch. Nach dem Mittagessen ist Zeit für Sport, Lerngruppen und Hobbykurse.

    Bis 15 Uhr. Dann müssen wieder alle an ihrem Platz sein. In den 286 Zellen, die bis zu sechs Häftlingen beherbergen. Auch ein Kfz-Mechaniker, wie auf dem Türschild ersichtlich ist, kehrt in seine Einzelzelle zurück. "Die sind besonders begehrt, es gibt Wartelisten. Wir versuchen, auf die Bedürfnisse der Insassen einzugehen", so Justizwachekommandant Herbert Rothschedl. Im Haftraum des Mechanikers steht ein Bett, an der Wand darüber hängen mehrere Fotos von Angehörigen. Rechts eine Minikochnische, links vor dem Bett ein kleiner Tisch, auf dem neben Pulverkaffee, Ananas, Öl und Fruchtsäften auch ein TV-Apparat steht. "Einen Fernseher darf bei uns jeder haben. Er muss ihn aber selbst kaufen und Gebühren entrichten", sagt Gerhard Derler, stellvertretender Leiter der Justizanstalt. Das Geld dafür müssen sich die Insassen von ihrem Lohn, je nach Qualifikation zwischen 1,50 und 1,80 Euro pro Stunde, absparen. Die Hälfte davon wird bis zur Entlassung angelegt, der Rest steht für Einkäufe zur Verfügung.

    Um Klischees entgegenzutreten, lädt Franz Hochstrasser, Leiter der Justizanstalt Graz-Karlau, nach 2003 und 2009 bereits zum dritten Mal zu einem Tag der offenen Tür (siehe oben). "Wir wollen den Beamten die Möglichkeit geben, sich zu präsentieren. Viele glauben, die Insassen laufen noch mit Kugeln herum."

    Mehr als 2000 Interessierte erwartet die Gefängnisleitung am Samstag. "Die Besucher können auf einer vorgegebenen Route selbstständig durch die Anstalt gehen", so Hochstrasser. Wichtig: Jeder muss einen Lichtbildausweis mitbringen, sollte dafür Handy, Handtaschen und Ähnliches zu Hause lassen. "Sonst kommt es zu unnötigen Verzögerungen bei den Kontrollen."

    RAINER BRINSKELLE

    Kommentar

    BEATE PICHLERVerbrecher s... von BEATE PICHLER

    Die Justizanstalt

    533 Insassen werden in der JA Karlau betreut. 483 sitzen im Haupthaus, 36 befinden sich im gelockerten Vollzug in Maria Lankowitz, 14 sind Freigänger.

    70 Prozent sind Österreicher, 42 Nationen sind vertreten.

    18 Monate bis lebenslange Haft sitzen die Häftlinge im ehemaligen Jagd- und Lustschloss ab.

    Tag der offenen Tür: 16. Juni, Beginn um 12 Uhr, Einlass bis 16 Uhr. Eingang über die Herrgottwiesgasse 50. Die Anreise mit Öffis wird empfohlen.

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