Bezirks- und Gemeindesuche
Das Herz und die Lunge sind sich uneins
Gemeindefusion Ja oder Nein? Die Kleine Zeitung lud zur Diskussion nach Weiz und hörte dabei von anatomischen Spannungen einer Region und einer möglichen Zukunft mit Ortsteilbürgermeistern.
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Er ist schon einmal 1000 Kilometer gefahren, um sich ein Seminar über Mehrzweckverbände in Innsbruck anzuhören. Verglichen mit dieser Strecke war der Weg für Florian Taucher, Bürgermeister der Grazer Umlandgemeinde Höf-Präbach, zum Weizer Gasthof Allmer zwar ein Honigschlecken, gedanklich ist er aber ohnehin an jedem Ort Feuer und Flamme, wenn es um Gemeindestrukturen geht.
In Weiz war er am Abend mit dieser Einstellung einer von vielen Gästen. Moderiert von den Kleine Zeitung-Redakteurinnen Ulla Patz und Sonja Berger diskutierten der Weizer Bürgermeister Erwin Eggenreich, Harald Grießer vom Land Steiermark und Thannhausens Bürgermeister Gottfried Heinz über eine etwaige Gemeindefusion im Raum Weiz. Eine Abstimmung unter den zahlreichen Gästen im Saal ließ bereits zu Beginn der Veranstaltung auf eine kontroversiell geführte Diskussion schließen. Etwas mehr als die Hälfte der Anwesenden zeigte ihre Vorliebe für eine Gemeindefusion, der Rest hob die rote Karte in die Höhe. Sie bezeichneten den Vorstoß des Landes als "Schnellschuss" und bekrittelten vor allem fehlende Visionen und Informationen. Erste rege Diskussion entsteht im Publikum, als Gottfried Heinz zentrale Ämter ohne klar geregelte Zuständigkeiten und persönliche Beziehungen zum Bürger skizziert. Als er die chaotische Behörde "MA2412", bekannt aus Film und Fernsehen, als Negativbeispiel in den Raum wirft, gibt es Widerspruch aus dem Publikum - und ein Zurückrudern bei Heinz. "Ja, das ist nur ein Spaßfilm, ich weiß schon. Aber trotzdem bin ich gegen eine Fusion und für eine zukünftige Kooperation."
"Wir sind Herz der Region"
Erwin Eggenreich hält davon nichts. "Wir sind als Herz der Region an unseren Grenzen angelangt." Weil keine Flächen mehr zur Verfügung stehen, verspüre das Herz, so Eggenreich, Schmerzen. Sein Hilferuf an die Umlandgemeinden: "Ihr seid unsere Lungen. Und der Körper gehört zusammen." Dafür verspricht er eine "aktive Verkehrspolitik" und "eine Stadt, dank deren Größe wir nicht mehr übersehen werden können". Die angepeilten 20.000 Menschen werde man aber auch bei einer Fusion nicht erreichen können, stellt der Krottendorfer Vizebürgermeister Roman Neubauer aus dem Publikum heraus fest.
Überhaupt sind an diesem Abend viele politische Funktionäre zugange - zahlreiche von ihnen werfen sich energisch gegen den Landesvertreter Harald Grießer in den Ring. Dieser bleibt ruhig, spricht immer wieder davon, dass Verbände das Leben nicht einfacher machen und einzig eine neue Gemeindestruktur zukünftige Probleme lösen kann.
Geben soll es in Zukunft etwa "Ortsteilbürgermeister", die sich um Wegegestaltung oder Vereinswesen kümmern sollen. Mit einem eigenen Budget.
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Weiz und Umland
Das Land Steiermark wünscht sich eine Fusion von Weiz mit folgenden Gemeinden im Umland: Krottendorf, Etzersdorf-Rollsdorf, Thannhausen, Naas und Mortantsch.
Die Stadt Weiz ist für eine Fusion, die Umlandgemeinden sind dagegen, wollen aber verstärkt kooperieren.






















