Bezirks- und Gemeindesuche
Honsik ließ sich für Prozess entschuldigen
Neonazi Gert Honsik (72) richtete dem Gericht aus, er sei zu krank für eine Reise nach Graz. Ebenfalls nicht erschienen ist die ehemalige Arbeitgeberin des Angeklagten Franz Radl.

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Nichts ist es am Montag mit dem Auftritt des Zeugen Gerd Honsik im Grazer Neonazi-Prozess geworden. Richter Raimund Frei verlas ein Entschuldigungsschreiben des verurteilten Neonazis an das Gericht. Er sei aus gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, eine längere Reise anzutreten, schreibt der 72-Jährige, der in Spanien lebt. Er bietet aber an, sich im Zuge der Rechtshilfe "vor Ort einvernehmen zu lassen". Ebenfalls nicht erschienen ist die ehemalige Arbeitgeberin des Angeklagten Franz Radl. Die 90-Jährige hat einen Oberschenkelhalsbruch erlitten, wäre aber auch bereit, an ihrem Wohnort in Deutschland auszusagen.
Sonnwendfeier
Die Ex-Freundin eines der zehn Angeklagten wird daraufhin in Abwesenheit der Beschuldigten befragt. Die junge Frau, die psychisch leidet, seit sie vor Jahren Verbrechensopfer wurde, fürchtet sich vor den Angeklagten. Sie erinnert sich an eine Sonnwendfeier, bei der unter anderen Franz Radl, ihr Freund und sie selbst anwesend waren. Es sei über das Feuer gesprungen worden. "Der Gottfried (Küssel) hat Reden gehalten." "Soldatenlieder" seien gesungen worden und Küssels Frau habe zu ihr gesagt: "Eine deutsche Frau kann singen." Staatsanwalt Johannes Winklhofer spielt die ersten Takte des Horst-Wessel-Liedes vor: "Ja", nickt sie, "das haben wir gesungen."
Ihr Freund sei ein Fanatiker gewesen und der Chauffeur von Radl. Sie sei sogar eifersüchtig auf Radl gewesen. Im Auto habe ihr Freund oft bei Liedern aus seiner Sammlung mitgesungen. Er konnte sie auswendig. In seiner Aussage hat er die rund 5000 rechtsradikalen Musikdateien aus seinem Besitz noch als "abstoßend" und "geschmacklos" bezeichnet. Seine Ex-Freundin, sagt er in seiner Reaktion, sei "noch immer besessen und eifersüchtig". Der Prozess geht am Dienstag weiter.
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Bild vergrößernGerd Honsik, im Bild als Angeklagter, war als Zeuge geladen, ließ sich aber entschuldigen Foto © APA




















