Bezirks- und Gemeindesuche
Zehn Stunden in der Gewalt des Täters
15-jährige Grazerin meldete sich auf ein Inserat als Babysitter und landete in der Gewalt eines brutalen Sextäters. Erst ein Unfall stoppte die Horrorfahrt. Der Täter wurde verhaftet - er soll ein Geständnis abgelegt haben.

Foto © Freiwillige FeuerwehrDer Lenker verursachte bei Wald am Schoberpass einen Unfall
Unvorstellbares mussten eine 15-Jährige aus Graz und ihre Mutter in der Nacht auf gestern durchmachen. Denn der Familienvater, auf dessen Inserat sich die Schülerin als Babysitterin gemeldet hatte, entpuppte sich bald als brutaler Gewalttäter, der die 15-Jährige für Stunden in seine Gewalt brachte. Und die Mutter musste das Leid ihres Kindes mitanhören. "Als sie die Tochter auf deren Handy anrief, hörte sie nur Schreien und Weinen", berichtet Hansjörg Bacher, Sprecher der Staatsanwaltschaft Graz. Und dann die Stimme eines Mannes: "Das tun wir weg." Gemeint war wohl das Handy der 15-Jährigen, denn von da an war dieses ausgeschaltet. Die geschockte Mutter alarmierte sofort die Polizei.
Inserat war Falle
Was ein stundenlanges Martyrium des jungen Mädchen nach sich zog, hatte scheinbar ganz harmlos begonnen. Auf der Suche nach einem Job, der ihr etwas Taschengeld einbringen sollte, war die Schülerin auf einer Internet-Plattform auf ein Inserat gestoßen. Dabei suchte ein Familienvater für sein Kleinkind eine stundenweise Betreuung. Die 15-Jährige erzählte ihrer Mutter davon, am Mittwochabend kam es dann zu einem Treffen zwischen dem Inserenten und der Schülerin, wovon auch die Mutter des Mädchens wusste. "Die beiden trafen sich in öffentlichem Raum", berichtet Bacher. Was heißt: Die Schülerin war vorsichtig, sie traf sich mit dem Unbekannten an der Straßenbahnhaltestelle in der Krenngasse. Doch dann stieg sie doch zu dem 44-jährigen Deutschen in dessen Kleinwagen. "Er wollte mit ihr zu seiner Familie fahren, damit sie das Baby kennenlernen kann", so Bacher.
Die Fahrt ging zuerst nach Gleisdorf, von dort meldete sich die 15-Jährige noch per SMS bei ihrer Mutter. Sie berichtete ihr kurz, dass sie zur Familie unterwegs sei. Im Raum Nestelbach gab es dann den letzten Kontakt zwischen Mutter und Tochter, besagtes Telefonat, dass die Grazerin in Panik versetzte und eine Fahndung der Polizei auslöste. Der Standort Nestelbach konnte über eine Handypeilung festgestellt werden. Doch von da an verlor sich die Spur. Zehn Stunden lang war die 15-Jährige in der Gewalt des vorerst unbekannten Täters. Dabei soll ihr dieser mehrmals eine (Schreck)Schusswaffe an Kehlkopf bzw. Brust angesetzt haben. "Dabei ist es zu sexuellen Handlungen gekommen, es besteht der Verdacht der Vergewaltigung", betont der Sprecher der Staatsanwaltschaft. Die Fahrt des Täters führte bis nach Slowenien. Dann drehte er jedoch wieder um, fuhr auf der Pyhrnautobahn Richtung Norden, bis in den Raum Wald am Schoberpass. Dort stoppte ein Verkehrsunfall die Fahrt und damit das Martyrium der Grazerin.
"Wir wurden am Donnerstag um 5.53 Uhr zu einem Unfall auf die A 9 kurz nach dem Waldertunnel gerufen", berichtet Johann Diethart, Kommandant der Feuerwehr Wald am Schoberpass. Dort war ein Kleinwagen zuerst auf die Böschung geraten, hatte sich überschlagen, war auf die erste Fahrspur der Autobahn zurückgestürzt und auf dem Dach noch rund 20 Meter weitergeschlittert." Bei unserem Eintreffen wurden die beiden Insassen, ein Mann und ein junges Mädchen, bereits von der Rettung erstversorgt", so Diethart. Dass das verletzte Mädchen das gesuchte Entführungsopfer war, stellte sich erst nach seiner Einlieferung im UKH Kalwang heraus. Dort vertraute sich die Verletzte einem Arzt an. Sie erzählte ihm von der Entführung. Wenig später konnte der 44-jährige Deutsche von der Polizei verhaftet werden. Bei der Einvernahme durch Beamte des Landeskriminalamtes soll er schon bald ein Geständnis abgelegt haben. Nach einer neuerlichen, ausführlichen Einvernahme wurde der Mann am Freitag in die Justizanstalt Graz-Jakomini eingeliefert.




















