Bezirks- und Gemeindesuche
Eurofighter-Pilot muss "geborgen" werden
Das Bundesheer testete am Mittwochzum Beginn einer zweitägigen Übung erstmalig im alpinen Gelände auf dem obersteirischen Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (Bezirk Murtal) in rund 1.600 Meter Seehöhe den Ernstfall.

Foto © APA
Aus der Signalpistole schießt Jörg Sandhofer eine rote Leuchtkugel in den Himmel. Ein lautes Pfeifen breitet sich über dem schneebedeckten Feld aus. Weil sein Flugzeug plötzlich manövrierunfähig geworden ist, hat der Eurofighter-Pilot mit dem Schleudersitz das Cockpit verlassen - und kämpft nun auf dem Boden ums Überleben. Bei sich hat er nur ein Notfunkgerät und das Überlebensset mit Wasserbeuteln, Wärmeschutz, Schmerzmedikamenten und Notwerkzeug.
So die Annahme der Übung, die 14 der 16 Eurofighter-Piloten des österreichischen Bundesheeres am Mittwochund heute in 1800 Meter Seehöhe auf dem Truppenübungsplatz Seetaler Alpe (Bezirk Murtal) absolvieren. Erstmals trainieren die Kampfflugzeugpiloten das Überleben nach einem Absturz in den Bergen.
Etwa alle zwei Jahre gibt es für die fliegenden Soldaten ein solches Training auf verschiedenem Terrain - unter anderem auch auf Wasser. Aufgrund der geografischen Lage Österreichs sei das Üben des Verhaltens bei einer Notlage in den Bergen besonders wichtig, sagt Eurofighter-Pilot Dieter Springer. "Deshalb ist das Überlebenspaket in unseren Flugzeugen auch auf alpine Notlagen zugeschnitten." Bis zu 24 Stunden müssen die Piloten im Freien ohne Hilfe zurechtkommen. So lange könne es im Ernstfall dauern, bis Rettungskräfte zu Fuß jeden Ort im alpinen Gelände erreichen.
Mit dem Peilsender in seinem Notfunkgerät versucht Sandhofer, ein Signal an die Einsatzkräfte, die die Suche bereits eingeleitet haben, zu senden. Bereits mit dem Auslösen des Schleudersitzes hatte das Flugzeug automatisch eine Meldung an die Flugzentrale gesendet. Plötzlich vernimmt der verunglückte Pilot in der Ferne den Lärm eines Alouette-III-Hubschraubers. Innerhalb einer Minute kreist das Fluggerät über Sandhofer. Mit einer Seilwinde lässt sich ein Flugretter an einem 21-Meter-Tau zu dem Piloten hinab, der mit einem Rettungsdreieck geborgen wird.
Bei der Übung werden die Piloten nicht aus Eurofightern geschleudert, sondern von Hubschraubern abgesetzt. "Da bei uns nur einsitzige Eurofighter im Einsatz sind, würde der Ausstieg mittels Schleudersitz ja jedes Mal den Verlust eines Flugzeuges bedeuten", lacht Springer. Die größte Gefahr für die Eurofighter im Friedenseinsatz stelle übrigens die Kollision mit einem Großvogel dar.




















