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    Zuletzt aktualisiert: 17.04.2012 um 10:14 UhrKommentare

    Piraten suchen Kurs und Kapitän

    Steirische Piraten sind auf Vorstandssuche und loten Positionen aus. Kirchenbeiträge sind ihnen ein Dorn im Auge, skeptisch sieht man die Umweltzone.

    Steirische Piraten setzten sich im Februar gegen das Acta-Abkommen in Szene. Derzeit überwiegt Programmarbeit

    Foto © EderSteirische Piraten setzten sich im Februar gegen das Acta-Abkommen in Szene. Derzeit überwiegt Programmarbeit

    Enden wollend ist der Jubel der steirischen Piratenpartei über den Einzug eines "Freibeuters" in den Innsbrucker Gemeinderat. Erstens ist Alexander Ofer mit der Bundesfraktion zerstritten und seine Landesliste ausgeschlossen worden. Zweitens müssen Philip Pacanda, Ulrich Rößl und Mitstreiter erst einmal die steirische Partei wind- und wetterfest machen. Erster Härtetest wird die Gemeinderatswahl im Jänner 2013 sein. Und klare Positionen zu Themen Marke Umweltzone fehlen noch.

    Denkfabrik

    "Man sieht, die Piraten sind da. Aber ihr Budget war klein", meint Pacanda zur Innsbrucker Wahl. Insgeheim erhofft man sich ein besseres Ergebnis als der Tiroler Ofer (3,8 Prozent oder ein Mandat) zu erzielen. Über die Streitigkeiten spricht man ungern. "Persönliche Befindlichkeiten", winkt auch Herbert Danzinger ab. Er betreibt mit "Kernölpower" eine Art Denkfabrik für die Piratenpartei. Faktum ist, dass diese die Tiroler ausgeschlossen hat. Zum Streit über Statuten und Personen kam heuer der Wirbel über Ofers Auftritt bei einer Podiumsdiskussion am Weltfrauentag. Auf die Frage, warum so wenig Frauen bei den Piraten aktiv wären, soll Ofer gesagt haben: Vielleicht sind sie zu Hause zu sehr eingespannt." Letzten Endes wollen Kern & Co. die Tiroler jedoch wieder in der Bundespartei verankert sehen.

    Im Hintergrund entstehen derzeit Positionspapiere ("Gedankenprovokationen") zu diversen Themen: von Bildung und Energieautarkie über Öffis bis Religion. In diesem Punkt fordern die Piraten die totale Trennung von Staat und Religion. Der Kirchenbeitrag soll abgeschafft, Kruzifixe aus Schulen entfernt und Förderungen für den Erhalt von Gotteshäusern gestrichen werden.

    Auf lokale Themen können und wollen die Piraten nicht verzichten. Danzinger listet "die Umweltzone oder die Abwanderung nach GU" auf. Er selbst halte wenig von einer Umweltzone, Pacanda legt sich nicht fest. Am 19. Mai ist Landesparteitag.

    THOMAS ROSSACHER

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