Bezirks- und Gemeindesuche
Graz versichert ehrenamtliche Helfer
Ab Mai wird die Stadt Graz für ehrenamtliche Helfer eine Haftpflicht- und Unfallversicherung abschließen. Das Land will dafür jedoch kein Geld ausgeben.

Foto © APAEhrenamtliche Helfer werden nun von der Stadt versichert
Eltern, die ihre kleinen Kicker in Fahrgemeinschaft zum Training oder zum Match bringen. Die Nachbarin, die die alte Dame im Rollstuhl von nebenan in den Park spazieren führt. Freiwillige Helfer, die bei Hochwasser den Einsatzkräften beim Sandsackschlichten helfen. Sie und viele andere Ehrenamtliche eint eines: Sie sind in diesen Tätigkeiten nicht entsprechend unfall- und haftpflichtversichert.
Die Stadt Graz prescht jetzt für diese Freiwilligen mit einer kollektiven Unfall- und Haftpflichtversicherung vor. "Alle in Vereinen und sonst in Ehrenämtern aktiven Menschen sollen einen angemessenen Versicherungsschutz erhalten", sagt VP-Bürgermeister Siegfried Nagl. Gemeinsam mit Gemeinderat Kurt Hohensinner, neben dem Landesjugendbeirat ein langjähriger Vorkämpfer, erfüllt damit Nagl für die Stadt Graz auch eine langjährige Forderung zahlreicher Vereine im ganzen Land.
Denn anders als in Bundesländern wie Oberösterreich und Wien, wo es schon einen umfassenden Schutz für die Freiwilligenarbeit gibt, hinkt die Steiermark hier hinten nach.
Konkret versichert sind ab 1. Mai, sollte der Antrag der ÖVP im Gemeinderat am 19. April durchgehen (wovon auszugehen ist), alle natürlichen Personen mit Haupt- und Nebenwohnsitz in Graz, die Freiwilligenarbeit leisten. Der Schutz gilt bis zu einem Schadensfall von zwei Millionen Euro, wobei das die Stadt 32.500 Euro im Jahr kosten wird. Blaulichtorganisationen sind davon nicht betroffen, denn deren Ehrenamtliche sind bereits versichert.
"Das Engagement in der Freiwilligenarbeit sinkt, dabei erbringen die Freiwilligen steiermarkweit eine Wertschöpfung von 1,5 Milliarden Euro", weiß Heike Stark, Obfrau der Zukunftsplattform der Steirischen Vereine: "90 Prozent aller Vereine sind nicht versichert, weil sie sich eine solche nicht leisten können. Wir sind froh, dass Graz hier trotz Sparzeiten Mut beweist."
Im Land selbst wurde ein gleichartiger Vorstoß letzten Herbst noch abgelehnt: Zwar gibt es bereits einen einstimmigen Landtagsbeschluss, mit dem Auftrag eine solche Versicherung für Freiwillige zu prüfen. Die Kosten von 120.000 Euro pro Jahr stünden aber im "Widerspruch zu den laufenden Sparbemühungen".






















