Bezirks- und Gemeindesuche
"Gute Gründe für eine frühe Sperrstunde"
Univiertel: Bei Infoabend spricht sich auch Polizei für vorgezogene Sperrstunde aus. Gegen diese hatten ja einige Wirte berufen, nun muss Kommission entscheiden.

Foto © Sabine HoffmannNachtruhe ist für viele Bewohner im Univiertel Mangelware. Sie hoffen auf frühere Sperrstunde
Mit zum Teil heftigen Attacken über die unzumutbaren Belastungen durch die Partymeile im Univiertel fuhren zahlreiche Anrainer bei der Infoveranstaltung Mittwochabend in der Vorklinik auf. Tenor der Wortmeldungen: Die von den Wirten gestarteten Maßnahmen, etwa der Einsatz von Security, hätten nichts gebracht. Nun setzt man alle Hoffnung in die Berufungskommission, die bis zum Sommer eine Entscheidung treffen muss.
Gegen die Vorverlegung der Sperrstunde auf 2 Uhr, die sieben Lokalen vorgeschrieben wurde, ist ja berufen worden (wir berichteten). Damit ist die vorgezogene Sperrstunde ausgesetzt. Aus verständlichen Gründen ließ sich beim Infoabend die Beamtenschaft um Magistratsdirektor Martin Haidvogl und die Amtsleiter Verena Ennemoser (Bau- und Anlagenbehörde) sowie Harald Hrubisek (Straßenamt) nicht in die Karten blicken, wie die Entscheidung aussehen könnte.
Klare Worte fand hingegen der stellvertretende Grazer Polizeidirektor Hofrat Gerhard Lecker: "Nach den Erhebungen im Auftrag der Stadt sehen wir gute Gründe für die Vorverlegung der Sperrstunde." Und er berichtete weiter, dass bei mehreren Schwerpunktaktionen im vergangenen Jahr insgesamt 598 Organmandate ausgestellt und 436 Verwaltungsstrafanzeigen erstattet wurden.
Die Behörde hat jetzt die betroffenen Wirte um Stellungnahmen ersucht. Es können auch noch weitere Erhebungen, etwa Lärmmessungen, durchgeführt werden. Sollte die Kommission die frühere Sperrstunde bestätigen, könnten die Lokalbetreiber zum Verwaltungsgerichtshof gehen. Für die Wirte erklärte Kottulinsky-Eigentümer Wolfgang Nusshold: "Wir hören immer wieder, dass die von uns gesetzten Maßnahmen zur Beruhigung beigetragen haben."
Anrainerin Doris Malli widersprach heftig: "Lärm und Dreck stehen weiter auf der Tagesordnung. Ich bin berufstätig. Der Mensch braucht einfach ein paar Stunden Schlaf."
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Bild vergrößernAn die hundert Anrainer des Univiertels wollten Antworten vom hochkarätig besetzten Podium Foto © GERNOT EDER



















