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    Zuletzt aktualisiert: 15.03.2012 um 17:37 UhrKommentare

    Prozess: Pensionistin terrorisierte Nachbarn

    Eine Pensionistin terrorisierte ihre Nachbarn, weil sie den Gestank des Grillers nicht mehr aushielt. Mit einem Nagel zerkratzte sie Autos, mit Kleber verklebte sie Autoschlösser. Am Donnerstag stand sie in Graz vor Gericht.

    Foto © APA/Sujet

    "Was glauben Sie, was ich jetzt gern tun würde?", fragt Richterin Elisabeth Juschitz die Angeklagte. Das weiß die fast 70-jährige Oststeirerin nicht.

    "Und wie sollen dann Ihre Nachbarn wissen, was Sie wollen, wenn Sie es ihnen nicht sagen?"

    Was mit einer Anklage wegen schwerer Sachbeschädigung endet, hat mit einer einvernehmlich errichteten Trennwand zwischen zwei Grundstücken begonnen. Dann aber richteten die Nachbarn hinter der Wand einen Grillplatz ein.

    G'stank

    "Das G'stank", wie die Angeklagte sagt, war aus ihrem Haus nicht mehr herauszubekommen. Gegrillt wurde viel, verrauchte Bettwäsche gewechselt und Wäsche noch einmal gewaschen auch - aber geredet wurde nie.

    Da kam die Pensionistin eines Nachts auf die Idee, die Nachbarn zu ärgern: Mit einem Nagel zerkratzte sie Autos, mit Kleber verklebte sie Autoschlösser. Erst eine Videoüberwachung entlarvte sie.

    "Ich habe meinem Mann nichts gesagt, weil ich ihn nicht belasten wollte", schluchzt sie. "Und meinen Söhnen - bis jetzt nicht. Ich schäme mich so."

    Dass ein Lackschaden so teuer ist, wusste sie nicht. Jetzt weiß sie es. Mehr als 5000 Euro hat sie schon bezahlt.

    "Welchen Hinweis gibt es, dass Sie so etwas nicht mehr tun werden?", fragt die Richterin. - "Ich würde das nervlich gar nicht mehr durchstehen", versichert die Pensionistin. "Ich hatte solche Angst, ich habe mich schon gefürchtet, wenn die Eierfrau geläutet hat."

    Inzwischen macht sie eine Therapie. Vielleicht können die Nachbarn sagen, wenn sie grillen wollen? Und sie macht dann die Fenster zu, schlägt sie vor. Genial eigentlich.

    Sie macht einen Anfang, indem sie sich bei den Nachbarn entschuldigt. Das Verfahren wird für eine Probezeit von zwei Jahren eingestellt.

    ALFRED LOBNIK

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