Bezirks- und Gemeindesuche
Experte: "Jeder Fehler kann eine Lawine auslösen"
Der unter einer Lawine begrabene Polizist dürfte sofort tot gewesen sein. Lawinenexperten erwarten das gefährlichste Wochenende der Saison für Skitourengeher.

Foto © AP
NIKLASDORF. Viereinhalb Stunden lang war der Alpinpolizist Gerald M. am Donnerstag unter einer Lawine verschüttet. Der 56-Jährige, der vor den Augen seiner Frau auf der Mugel von einem Schneebrett erfasst worden war, hatte keinen Lawinenpieps bei sich. Laut Einsatzkräften hätte der Obersteirer aber auch damit keine Überlebenschance gehabt. Aufgrund der Verletzungen sei er auf der Stelle tot gewesen.
"Das war sein Hausberg, da dürfte er die Gefahr unterschätzt haben", sagt Siegmund Schnabl, Leiter der Alpinpolizei. Auch der 25-Jährige, der am selben Tag am Zirbitzkogel von einer Lawine getötet wurde, war mangelhaft ausgerüstet. "In der Obersteiermark ist die Sicht derzeit schlecht, was die Einschätzung der Lawinengefahr noch um einiges erschwert", so Schnabl.
In den Niederen Tauern und den Nordalpen herrscht derzeit Lawinenwarnstufe vier (große Gefahr), im Rest des Landes drei (erhebliche Gefahr). "Spätestens ab Warnstufe vier gehen auch Bergretter nur noch ins freie Gelände, wenn es sein muss. Da muss eine Tour ganz genau geplant werden", weiß Kletus Schranz, Leiter der Polizeiinspektion Bruck. Besondere Gefahr geht vom starken Wind aus. In der Nacht vor dem Unglück hatten Böen den Schnee bis zu einem Meter hoch verfrachtet. "Da hilft es nichts, wenn man auf seinem Hausberg jeden Meter kennt. Ein Restrisiko bleibt immer", betont Schranz.
Auch in den kommenden Tagen bleibt die Gefahr groß. "Wir erwarten das heikelste Wochenende der Skitouren-Saison", sagt Arnold Studeregger vom Lawinenwarndienst. Seit gestern führt das Bundesheer mit den Lawinenkommissionen Erkundungsflüge durch.

















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