Bezirks- und Gemeindesuche
Skurrile Idee: Mariazell kann gemietet werden
Eine Agentur bietet den gesamten Ort Mariazell tageweise zur Vermietung an. Das sorgt im Wallfahrtsort für Verwunderung und Empörung.

Foto © KANIZAJ Keine Erfindung: Agentur bietet auch Mariazell zur Vermietung an
Im Gemeindeamt von Mariazell liefen am Donnerstag die Telefone heiß. Schuld war eine Meldung, wonach man den Wallfahrtsort tageweise mieten könne. Der Mieter darf Orts- und Straßennamen ändern, er wird auf Wunsch vom Bürgermeister begrüßt und kann den Ort nach seinen Wünschen umgestalten.
Das Ganze heißt "Rent a Village" und wird von der Liechtensteiner Agentur "xnet" vermarktet. Auf deren Homepage wird das auch beworben: "Das Dorf gehört Ihnen - wenigstens für ein paar Tage!" Geboten wird laut Agentur "emotionaler Mehrwert gepaart mit Authentizität, herzlicher Gastfreundschaft . . . und professioneller Umsetzung". Neben Mariazell sind neun weitere Orte auf der Liste, darunter Alpbach, Goldegg und Mondsee.
"Schräge Idee"
Johann Kleinhofer, Geschäftsführer der "Mariazeller Land GmbH", wundert sich, dass dieses Konzept plötzlich für Aufregung sorgt: "Wir sind seit 2008 dabei. Und wir wissen natürlich, dass es eine schräge Idee ist."
Eine von den Touristikern verordnete Leibeigenschaft der gesamten Bevölkerung sieht er aber nicht: "Das ist ein All-inclusive-Package, gedacht für große Firmen, die für einige Tage mit Hunderten Gästen anrücken." Da darf dann schon einmal eine Ortstafel ausgetauscht werden und ein als Bürgermeister verkleideter Touristiker begrüßt die Gäste.
Der Mariazeller Bürgermeister Josef Kuss hat erst am Donnerstag erfahren, dass der Ort da mitmacht. "Wir denken aber nicht daran, so weit zu gehen, und werden sofort mit den Touristikern darüber reden, ob wir mit dieser Agentur weiter zusammenarbeiten."
Sehr eng war die Kooperation bisher ohnehin nicht: Es gab zwar ein paar Anfragen, aber gebucht hat "Rent a Village" in Mariazell noch niemand.

















-Anzeigen


