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Zuletzt aktualisiert: 06.02.2012 um 19:04 UhrKommentare

Diskussion in Graz: Das Weibliche in der Politik

Bei der Ursula Schneider-Preisverleihung debattierten Politikerinnen über Frauenmacht. Beatrix Karl, Bettina Vollath und Eva Glawischnig sind sich einig, dass in der Politik immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird.

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Ursula Hendrich-Schneider, erste Dekanin an der Uni Graz, hätte ihre Freude gehabt. Im Gedenken an die verstorbene Wirtschaftswissenschafterin wurde am Montag von Dekan Wolf Rauch, Rektorin Christa Neuper und Fritz Hendrich der Ursula-Hendrich-Schneider Preis an Philipp Korom und Gabriela Edlinger für ihre außergewöhnlichen Dissertationen verliehen. Zuvor diskutierten in der Aula der Uni Graz Justizministerin Beatrix Karl, Landesrätin Bettina Vollath und Grünen-Chefin Eva Glawischnig unter der Leitung von Carina Kerschbaumer über das Weibliche in der Politik.

Zweierlei Maß

Drei Spitzenpolitikerinnen, die sich einig sind, dass in der Politik immer noch mit zweierlei Maß gemessen wird. "Wenn ein Mann einen Konflikt austrägt, ist er ein klasser, durchsetzungsfähiger Bursch, eine Frau, die das macht, wird als Mannweib, als Kampfemanze bezeichnet", ortet Justizministerin Karl immer noch unterschiedliche Sichtweisen, wie Männer und Frauen in der Politik wahrgenommen werden. Es gehe für Frauen in der Politik aber nicht darum, wie sie die "besseren Männer" werden, sondern es gehe um Leistung. Selbst wenn jede Frau gewisse Spielregeln der Politik akzeptieren müsse.

Leistung allein würde aber, meinte Eva Glawischnig, nicht reichen. Österreich benötige Quoten in allen Bereichen, um männliche Netzwerke in der Politik wie in der Wirtschaft aufzubrechen. Die Politik bräuchte aber auch Frauen, die keine Scheu vor einem Sieg bei Konflikten haben. Wobei Politikerinnen mit Kindern, wie Bettina Vollath betonte, einen großen Vorteil hätten: "Ich kennen keinen Mann in der Politik, der diese Bodenhaftung hat, die wir haben. Denn wir haben neben unserem politischen Leben das Alltagsleben und wissen, was ein Packerl Milch kostet."


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