Bezirks- und Gemeindesuche
Der Fall Aloisia Fuchs bleibt weiter ungeklärt
Der Mord an einer Grazer Wirtin aus dem Jahr 2002 bleibt ungeklärt. Der Verdächtige lebt in Bulgarien. Er wurde kurzfristig festgenommen, dann wieder auf freien Fuß gesetzt, neuerlich verhaftet und wieder freigelassen. Schließlich stellte die bulgarische Justiz das Verfahren ein.

Foto © APA | Sujet
Sie hatte Geburtstag gefeiert. Ihren 69. Wenige Stunden später war sie tot. Erschlagen mit der Spurstange. 17 Schläge auf den Kopf. Mehrere Hiebe waren tödlich. Die Grazer Wirtin Aloisia Fuchs (69) starb am Samstag, dem 28. September 2002, in ihrem Badezimmer.
Gefunden wurde ihre Leiche erst 24 Stunden später. Zu diesem Zeitpunkt war einer der Pensionsgäste von Aloisia Fuchs bereits außer Landes. Mit einem gefälschten griechischen Reisepass, ausgestellt auf den Namen Roman Patsas, reiste der damals 30-jährige Bulgare Hassan Mustafov Tarapancev am 29. September 2002 in seine Heimat ein.
Mordermittler
Auf ihn stießen die Mordermittler bei der Überprüfung der Gästelisten. Aloisia Fuchs beherbergte in ihrer Pension Brandauerhof in Graz-Straßgang 60 Gastarbeiter. Nur einer war verschwunden: Hassan Mustafov Tarapancev. Für die Grazer Kripo eine erste heiße Spur, die nach Osteuropa führt. Die bulgarische Justiz wurde eingeschaltet. Beim Verdächtigen wurden blutbefleckte Schuhe sichergestellt und nach Graz geschickt.
Die Untersuchung des "Corpus delicti" ergab, dass das Blut von einer Frau stammte. Zugeordnet werden konnte die Spur aber nicht. "Für eine DNA-Analyse war das Blut nicht mehr geeignet", erinnert sich Ermittler Norbert Rabitsch. Dafür passte ein Abdruck auf der Strumpfhose des Opfers zum Schuhwerk des Verdächtigen.
Der Mann wurde in Bulgarien kurzfristig festgenommen, dann wieder auf freien Fuß gesetzt, neuerlich verhaftet, wieder freigelassen. Schließlich stellte die bulgarische Justiz das Verfahren ein.
Doch die Staatsanwaltschaft Graz erließ einen internationalen Haftbefehl. Für den Verdächtigen belanglos, so lange er sich in seiner Heimat aufhält. Denn eine Auslieferung wird abgelehnt.
Kürzlich aber erklärte sich Tarapancev bereit, freiwillig nach Österreich zu kommen, um den "Irrtum" aufzuklären. Denn er sei unschuldig, behauptet er. Die Grazer Kriminalpolizei bereitete sich auf die Vernehmung vor, musste die Akten aber erneut schließen. Staatsanwältin Barbara Schwarz erklärt, warum: "Der Verdächtige ist nicht erschienen. Er hatte seinen Bruder nach Graz geschickt." Er sollte sich lediglich über den Stand der Ermittlungen erkundigen.
Barbara Schwarz: "Wollen wir bei den Ermittlungen weiterkommen, wäre es wichtig, den Verdächtigen zu befragen. Hat er mit der Tat tatsächlich etwas zu tun? War er allein, oder gibt es einen Mittäter? Das sind Fragen, auf die wir bisher keine Antwort kennen."
Der Fall Aloisia Fuchs bleibt somit weiter ungeklärt.



















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