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Ein hausinternes Rennen bei der Energie Steiermark
Energie Steiermark: Der neue Vorstandschef kommt so gut wie sicher aus den eigenen Reihen. Am Donnerstag endete die Bewerbungsfrist.

Foto © APAKundenanwalt Peter Mussenbichler (Mitte) mit Vertriebschef Christian Purrer (li.) und Konzernsprecher Urs Harnik (re.)
Einige Spätentschlossene haben noch am Donnerstagabend ihre Unterlagen abgeschickt, doch Schlag Mitternacht endete die Bewerbungsfrist für den Vorstand der Energie Steiermark. Und wenn die Zeichen nicht trügen, dann wird der Nachfolger für Oswin Kois (er scheidet im März aus Gesundheitsgründen aus) aus dem eigenen Konzern kommen.
Die größten Chancen hat Christian Purrer (57), Vertriebschef und Prokurist der Steweag-Steg GmbH. Der Techniker verfügt über fundierte energiewirtschaftliche Erfahrung und kommt mit den Eigentümern (Land und Franzosen) gut aus. Als Hauptkonkurrent Purrers wird Estag-Prokurist Werner Ressi (44) gehandelt. Der Jurist würde von der Ausbildung her gut ins Ausschreibungsprofil passen, gesucht wird immerhin ein kaufmännischer Vorstand für Finanzen, Personal und Kommunikation. Ressis Vater war übrigens Sekretär bei den Ex-ÖVP-Landeshauptleuten Friedrich Niederl und Josef Krainer.
Beworben haben sich auch weitere führende Personen aus dem Haus, darunter der Geschäftsführer der Stromnetz Steiermark GmbH, Franz Strempfl (46), und der Chef des Konzernrechnungswesens, Thomas Possert (45). Abgesagt haben Kommunikations-chef Urs Harnik-Lauris sowie der Vizechef des Estag-Aufsichtsrates, Karl Rose: "Ich habe sehr viele interessante Projekte in meiner Firma Strategy Lab und will lieber im Aufsichtsrat bleiben", sagt Rose zur Kleinen Zeitung. Er dürfte Signale von "Königsmacher" ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer erhalten haben, dass seine Chancen zu gering sind.
Schützenhöfer darf zwar de facto designieren, muss seine Wahl aber mit dem formal zuständigen Landeshauptmann Franz Voves abstimmen. Ebenfalls nicht beworben hat sich Graz-Holding-Vorstand Wolfgang Malik. Dem Vernehmen nach gab es kurzzeitig einen Plan, ihn als Gewährsmann des Grazer Bürgermeisters Siegfried Nagl in Stellung zu bringen.
Am 3. Februar findet ein Hearing statt, zuvor sichten Aufsichtsratschef Josef Mülner und die Personalfirma Spencer Stuart die Bewerbungen. Externe Kandidaten dürften spärlich gesät sein, verdient doch der Estag-Chef "nur" 211.000 Euro im Jahr. Ein Verbund-Vorstand erhält das Vierfache, die Chefs der Energieversoger in Kärnten, Ober- und Niederösterreich das Doppelte.
Kois übergibt jedenfalls ein gut aufgestelltes Haus: Die Estag hat beim Rating die höchste Bonität aller heimischen Energiefirmen, sie wurde aus den Schlagzeilen gebracht, die Kundenflucht wurde gestoppt und es kamen große Investitionsprojekte in Gang. ERNST SITTINGER

















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