Bezirks- und Gemeindesuche
Brandstiftung in Pizzeria gibt Rätsel auf
Der Betreiber einer Pizzeria in Hart bei Graz liegt mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus. Fest steht: Das Feuer wurde gelegt. War es ein gezielter Anschlag?

Foto © APADie Pizzeria wurde völlig zerstört
"Hilfe, ich brenne, Überfall." In der Bezirksleitzentrale der Polizei Seiersberg waren die Worte, die der schwer verletzte Anrufer ins Telefon stammelte, kaum zu verstehen. Der Mann, der den Notruf abgesetzt hatte, war ein 40-jähriger Ägypter, der in Hart bei Graz eine kleine Pizzeria betrieben hatte.
Donnerstagabend, gegen 23 Uhr, war das Häuschen plötzlich in Flammen aufgegangen. Beim Eintreffen der Feuerwehr, stand die Pizzeria bereits in Vollbrand.
Was war geschehen? Das versuchten am Freitag Brand- und Mordermittler des Landeskriminalamtes zu klären. Während die Tatortgruppe mit der Spurensicherung beschäftigt war, durchsuchte ein Polizeihundeführer mit einem Spürhund den Brandort Zentimeter für Zentimeter. Ein Sachverständiger der Landesstelle für Brandverhütung konnte schließlich mit Sicherheit einen technischen Defekt ausschließen.
"Wir müssen daher von vorsätzlicher Brandstiftung ausgehen", so Joachim Huber, Pressesprecher des Landespolizeikommandos. Der Verletzte liegt auf der Intensivstation. Er wurde in einen künstlichen Tiefschlaf versetzt. Er weist im Gesicht an den Händen und an den Oberschenkeln schwere Verbrennungen auf. Mordermittler Peter Neubauer: "Er ist nicht ansprechbar. Wir wissen bisher nur das, was er am Telefon der Polizei gesagt hat."
Zwei Zeugen brachten die Ermittler auch nicht weiter. Einer der beiden hatte das Feuer bemerkt und einen Notruf abgesetzt. Der Transportunternehmer Ulrich Dünckelmann (55) war ebenfalls auf die brennende Pizzeria aufmerksam geworden. "Ich hatte meinen LKW mit brennbarem Material in der Nähe abgestellt. Ich wollte ihn aus der Gefahrenzone fahren. Da habe ich das Auto des Opfers gesehen. Die Scheinwerfer waren schon beschädigt. Da habe ich den Wagen zur Seite geschleppt."
Währenddessen leistete der zweite Zeuge dem schwer verletzten Mann Erste Hilfe. Dabei brachte der Ägypter mit kaum verständlichen Worten immer wieder zum Ausdruck, dass er überfallen worden sei: "Überfall, Überfall."
Der Kripo gibt die Tat einige Rätsel auf. Ein Raubüberfall mit anschließender Brandstiftung gilt als unwahrscheinlich. War es eine Fehde unter Landsleuten? War es ein Racheakt, weil der Ägypter jemanden Geld schuldet und seine Schulden nicht begleichen wollte? Haben Schutzgelderpresser das Feuer gelegt? Oder steckt gar ein politisches Motiv dahinter? "Das sind alles Spekulationen", so ein Polizist.
Auch der Verletzte selbst wird von den Ermittlern überprüft. Klarheit wird es frühestens aber erst dann geben, wenn der Betroffene vernehmungsfähig ist. Das aber wird noch Tage nicht der Fall sein. Neubauer: "Das Verletzte ist frühestens in fünf bis sieben Tagen erst ansprechbar."


















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