Bezirks- und Gemeindesuche
280 Schafe schlecht gehalten: Züchter Tiere abgenommen
Einem Züchter aus Leutschach sind am Mittwoch rund 280 Schafe abgenommen und in eine Auffangeinrichtung für Tiere gebracht worden, weil sie laut Amtstierarzt zu verdursten drohten. Der Züchter weist die Vorwürfe zurück.

Foto © APSujetbild
Den Winter hätten womöglich viele Schafe nicht überlebt - für die Bezirkshauptmannschaft Leibnitz bestand daher Gefahr im Verzug. Am Mittwoch wurden einem Schafzuchtbetrieb in Schloßberg 265 von den mehr als 700 Schafen behördlich abgenommen. "Mehr können wir auf einmal in so kurzer Zeit nirgends unterbringen", so Amtstierarzt Wolfgang Florian.
Der Veterinär zählt eine lange Liste der vorgefundenen Missstände auf: Die Stallungen seien baufällig, teilweise sogar schon eingestürzt, die Tränken seien zu wenige, nicht frostgeschützt und für die Lämmer viel zu hoch angebracht. Es fehle eine Trennung zwischen jungen und ausgewachsenen Tieren sowie jegliche Kontrolle und Aufzeichnungen. Eine große Zahl an Tieren sei bereits verendet, "allein in den letzten zwei Wochen waren es an die 20", so der Amtstierarzt. Kurz: "Der Zustand war unerträglich."
Die Abnahme der Tiere im Beisein der Polizei verlief ohne Probleme, sie wurden in einem Betrieb in Edelschrott untergebracht. "Und die restlichen Schafe stehen unter strenger tierärztlicher Beobachtung", versichert Florian.
Dem sind die Missstände in dem südsteirischen Betrieb schon seit Jahren bekannt, er habe schon unzählige Strafverfahren eingeleitet, auch den UVS (Unabhängiger Verwaltungssenat) angerufen. Die Polizei berichtet ebenfalls über laufende Anzeigen gegen den Tierhalter. "Doch es folgten immer nur kleine Verbesserungen, dann wieder Rückschritte", so der Amtstierarzt.
Der Besitzer des Anwesens weist die Vorwürfe zurück und spricht von "Willkür". "Der große Stall wird gerade umgebaut und hätte in den nächsten Tagen bezogen werden sollen. Dort gibt es auch die frostsicheren Tränken. Es hat also keine Gefahr im Verzug bestanden", so der Züchter. Außerdem sei er laufend vom Tierarzt besucht worden. Es stimme, dass zuletzt Tiere an einer Bakterienerkrankung verendet seien, doch das habe man gemeldet und die Herde entsprechend behandelt.



















