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Zuletzt aktualisiert: 28.10.2011 um 08:01 UhrKommentare

Land veröffentlicht die wichtigsten Kriterien

Von Einwohnerprognosen bis Zentralräume: Das Land hat jetzt im Internet die wichtigsten Kriterien für Gemeindefusionen veröffentlicht. Die dazugehörigen Karten bergen Zündstoff.

Welche Gemeinden müssen zusammemarbeiten?

Foto © WieserWelche Gemeinden müssen zusammemarbeiten?

Wer landet wo? Diese Frage beschäftigt spätestens seit der letzten Reformkonferenz vor rund vier Wochen die steirischen Bürgermeister und Teile der Bevölkerung. Obgleich offiziell vor 2013 keine Entscheidung über Gemeindefusionen fallen soll, lässt sich aus dem Kriterienkatalog und jetzt vom Land publizierten Karten ganz gut ablesen, wohin die Reise gehen soll (gemeindestrukturreform.at). Fragt man in den Büros von LH Franz Voves (SPÖ) und ÖVP-Vize Hermann Schützenhöfer nach, dann haben sich seit den Reformkonferenzen im September "etliche Bürgermeister gemeldet". Es werden erste Informationsgespräche vereinbart, Fachleute stehen beratend zur Seite.

Zusammenlegen, was zusammengehört, so könnte einer der Grundsätze der Reformpartner lauten. "Diese Karten sind ein wichtiges Werkzeug für die Strukturreformgruppe", bestätigt ein Eingeweihter. Worauf man achtet:

Ein Zentralraum. Wichtiges Kriterium ist ein gemeinsamer Einzugsbereich mit nicht allzu weit voneinander entfernten Einrichtungen: Schulen, Pfarren, Geschäfte und so weiter. Dies als Maßstab würde bedeuten, dass Seiersberg, Pirka, Feldkirchen, Unterpremstätten, Gössendorf, Kalsdorf, Fernitz, Hausmannstätten, Grambach und Raaba im Wahljahr 2018 zur Landeshauptstadt wandern müssen.

Eine Ebene tiefer werden regionale Zentren definiert: Demnach wären zum Beispiel Grambach zu Raaba und Pirka zu Seiersberg zu geben.

Ein Siedlungsgebiet. Gemeinsame Siedlungsgebiete und zusammenhängende Infrastruktur sind ebenso Kriterium der Strukturreformer. Demnach sind Seiersberg und Raaba klare "Übernahmekandidaten" für Graz. Im Norden wiederum weist diese Karte Gratwein, Judendorf-Straßengel und (teilweise) Gratkorn als eine ideale Gemeinde aus.

Kooperationen. Nicht minder wichtig bei Zusammenlegungen sind vorhandene Kooperationen (im Tourismus etc.), gemeinsam genutzte Glaubenseinrichtungen, ein (Haupt-)Schulsprengel oder eine bestehende Kleinregion. In diesem Punkt sind die "GU8"-Gemeinden (von Seiersberg bis Werndorf) und die Kleinregion "GU-Süd" (Hart bis Mellach) bereits eng zusammengerückt. Nimmt man hingegen die Schulsprengel als Hauptkriterium, dann gehört Seiersberg eigentlich nach Graz.

Einwohnertrends. Da die Einwohnerzahlen in etlichen steirischen Gemeinden sinken, ist dies ein starkes Argument für Fusionen. Die Prognose für das Jahr 2030 sieht unter anderen die Nordgemeinden Frohnleiten, Übelbach und Großstübing mit starken Abgängen konfrontiert. Umgekehrt sehen viele Ortschefs im wachsenden Grazer "Speckgürtel" nicht ein, warum sie trotz Einwohnerplus fusioniert werden oder zu Graz kommen sollen.

Geld und Grenzen. Die natürlichen Grenzen und die Gemeindebudgets (Stichwort Schulden) sind ebenso entscheidende Faktoren für eine Gemeindefusion.

THOMAS ROSSACHER

ZENTRALRÄUME

Grafik © Land/GIS

Grafik vergrößernSo definiert das Land die Zentralräume und entscheidenden Gemeinden rund um Graz. Die vielen orangefarbenen Kreise im Zentrum zeigen, dass die Landeshauptstadt und (zumindest) die südöstlichen Randgemeinden längst als eine Einheit zu sehen sind. Dies wird es Raaba, Seiersberg & Co. nicht leicht machen, eine Fusion zu vereiteln.Grafik © Land/GIS

EINWOHNERPROGNOSE

Grafik © Land/GIS

Grafik vergrößern Anders als etwa die obersteirischen Gemeinden können die meisten Orte im Großraum Graz mit steigenden Einwohnerzahlen rechnen. Nur im Norden beziehungsweise in Richtung Westen herrscht "Alarmstufe Rot".Grafik © Land/GIS

SCHULSPRENGEL

Grafik © Land/GIS

Grafik vergrößernAuf Schulebene (hier die Hauptschulen) sind zum Beispiel Seiersberg, Raaba und Hart bei Graz längst ein Teil der Landeshauptstadt. Im Nordosten gehören Kumberg, Hart-Purgstall, Kainbach, Eggersdorf etc. zusammen.Grafik © Land/GIS

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