Bezirks- und Gemeindesuche
Funde von Babyleichen in Österreich
Das Schicksal eines vor einigen Tagen in der Steiermark geborenen und von seiner Mutter danach in einen Plastiksack gesteckten Babys ist noch unklar, die Polizei sucht den Säugling. In vielen anderen Fällen war es von Anfang an traurige Gewissheit.

Foto © Eder Sujet
Immer wieder werden tote Neugeborene entdeckt, die direkt nach der Geburt in Wohnungen und Häusern versteckt oder in Grünanlagen oder Gewässern abgelegt wurden.
März 2001:
Ein Arzt stößt im Wäscheschrank einer Kärntner Wohnung auf die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Die 26-jährige Mutter hat das Kind zu Hause geboren, getötet und ins Badezimmer gelegt.
Juli 2002:
Die Polizei findet während des Krankenhausbesuches einer Tirolerin in deren Wohnung ein totes Baby. Die Frau hat den Buben kurz nach der Geburt ertränkt und im Wäschekorb versteckt. Am Zweitwohnsitz der Frau entdecken die Beamten eine zweite Babyleiche, die in einer Holzkiste im Garten verscharrt ist. Die 23-Jährige wird zur viereinhalb Jahren Haft verurteilt.
Jänner 2003:
Spaziergänger entdecken in einem Bachbett im Bezirk Krems die Leiche eines neugeborenen Mädchens. Das Baby dürfte durch die Nichtversorgung bzw. ein Herz-Kreislaufversagen gestorben sein.
Jänner 2003:
Polizeibeamte stoßen in einer Wohnung in Tulln auf die Leiche eines Säuglings. Das Neugeborene wurde in einen Plastiksack gewickelt und in einem Schuhkarton aufbewahrt. Die 24-jährige Mutter gibt an, das Kind alleine in ihrer Wohnung zur Welt gebracht zu haben.
Juni 2003:
Im Salzburger Pinzgau wird im Rückstaubecken der Salzach eine Babyleiche entdeckt. Kinder finden den toten Buben, der nach der Geburt noch gelebt haben soll, beim Spielen.
Mai 2005:
Ein Untermieter entdeckt in einer Tiefkühltruhe in Graz einen Plastiksack mit einer Babyleiche. Drei weitere tote Kinder werden in einer Kühltruhe und in einem Betonkübel gefunden. Die 33-jährige Mutter wird zu lebenslanger, ihr Lebensgefährte zu 15 Jahren Haft verurteilt.
Oktober 2006:
Eine Unternehmerin stößt auf ihrem Grundstück in Oberösterreich bei Grabungsarbeiten auf Teile eines Babyskeletts und eine alte Kinderstrickweste. Das Gelände war neu aufgeschüttet worden, es könnte sich um Überreste von einem illegalen Grab im Wald stammen.
April 2007:
Jugendliche finden im Stadtpark von Melk in einem aufgelassenen Biotop einen Plastiksack mit einer Babyleiche.
Juni 2007:
In einem Kellerabteil eines Innsbrucker Mehrfamilienhauses werden drei stark verweste Säuglinge gefunden. Ein Mieter entdeckt zwei der toten Buben bei Umbauarbeiten, die Polizei gräbt danach noch eine dritte Babyleiche aus.
Juli 2007:
Eine 25-jährige Frau erstickt ihre Tochter nach der Geburt in einem Wohnhaus in Wien-Donaustadt. Die Schwangerschaft hatte sie verheimlicht.
Oktober 2007:
In einem Müllcontainer in einer Gemeindebauanlage in Wien-Meidling wird ein Neugeborenes entdeckt. Laut Gerichtsmedizin ist das Kind erst sieben bis zehn Stunden nach der Niederkunft in der Waschküche gestorben. Die 27-jährige, bereits fünffache Mutter hatte ihr Baby in Plastiksäcke gewickelt und in den Abfall geworfen, wo es später erstickt ist.
März 2008:
Auch in Wien-Favoriten taucht eine Babyleiche in einer Mülltonne auf. Die Obduktion ergibt aber, dass es sich um eine Totgeburt gehandelt hat.
Oktober 2008:
Eine 19-jährige Rumänin wird von einem Salzburger Schöffengericht zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt, weil sie im Dezember 2007 in einem Bordell ein Kind auf die Welt gebracht und das Neugeborene aus einem Fenster geworfen hatte. Der lebensfähige Bub überlebte den Aufprall aus sieben Meter Höhe nicht. Als Milderungsgründe führte der Vorsitzende Richter das Geständnis der Frau, ihre Unbescholtenheit und den Ausnahmezustand während der Geburt ins Treffen.
April 2009:
Eine 16-Jährige tötet in Haag (Bezirk Amstetten) ihr Baby nach der Geburt. Sie legt den Leichnam in einem Waldstück ab, wo er von zwei Jägern gefunden wird. Als Motiv gibt die Jugendliche Verzweiflung über ihre Zukunft an.
Jänner 2010:
Eine 19-Jährige bringt in der Toilette ihrer Wohnung im Südburgenland eine Tochter zur Welt. Das Kind stirb an Sauerstoffmangel, die Leiche wird von der Großmutter in einem Plastiksack entdeckt.
September 2011:
Eine Steirerin, die mit starken Blutungen ins Krankenhaus eingeliefert wird, gesteht die heimliche Geburt eines Babys. Danach habe sie ihr Kind in einen Plastiksack gesteckt, könne aber nicht sagen, was sie dann damit gemacht habe. Eine Suche bleibt vorerst erfolglos.

















-Anzeigen


