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Steirische Frächter fordern Nachtruhe für Europa
Europaweit sollten Lkw nachts nicht mehr fahren dürfen, fordern steirische Frächter. Wegen der Sicherheit und des fairen Wettbewerbs. Europaweit gibt es viele unterschiedliche Regelungen, unter denen die Fahrer leiden.

Foto © AP | Sujet
In Europa gibt so viele unterschiedliche Fahrverbote für Lkw, dass selbst jene Experten, die täglich damit zu tun haben, den Überblick verlieren. Da platzt Albert Moder, Sprecher der steirischen Frächter, der Kragen: "Wir sind in einem so engen Korsett, dass wir keine Mitarbeiter bekommen. Denn die Fahrer finden keinen Rhythmus mehr."
So fordert Moder eine einheitliche Regelung, die für ganz Europa gelten soll - und die sich jeder einfach merken könnte: ein generelles Nachtfahrverbot für Lkw von 21 bis vier Uhr.
ZITIERT
"In der Branche haben derzeit jene einen Vorteil, die manipulieren."
Albert Moder, Sprecher der steirischen Frächter
Davon würden die Fahrer profitieren, denn sie könnten schlafen wie die meisten Menschen auch - in der Nacht. Den Anrainern entfällt nächtliche Lärmbelästigung und die Verkehrssicherheit würde steigen. Denn dass derzeit viele Fahrer die Ruhezeiten nicht einhalten, ist ein offenes Geheimnis. Das, so meinen Moder und die Wirtschaftskammer, würde mit der Vereinheitlichung eingedämmt.
Das für alle mühsame Feilschen um Minuten bei Polizeikontrollen hätte ein Ende. Ein weiterer wichtiger Aspekt: Der internationale Wettbewerb würde fairer werden. "Derzeit haben jene einen Vorteil, die manipulieren", sagt Moder. Fritz Mayer, Chef einer Spedition mit 130 Lkw in Zeltweg, stimmt zu: "Die uneinheitlichen Regelungen in den einzelnen Ländern machen uns extrem zu schaffen. In Deutschland ist es sogar von Bundesland zu Bundesland verschieden." Im Gegenzug wünschen sich die Frächter aber, dass sie am Samstag länger fahren dürfen - bis 21 Uhr statt wie derzeit bis 15 Uhr. Sowohl Italien als auch Deutschland haben da größere Zeitrahmen.
KEINE EINHEIT
Ein österreichweit allgemeines Fahrverbot für Lkw gilt derzeit von Samstag, 15 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr. In den Bundesländern, aber auch europaweit gibt es hingegen viele unterschiedliche Regelungen, unter denen die Fahrer leiden.
Von Industrie und Handel fordert Moder zudem die Anpassung der Verladezeiten. Das einheitliche Nachtfahrverbot findet in Österreich offene Ohren: Der Verkehrsclub Österreich (VCÖ), der Arbö und der ÖAMTC wären dafür - wenn auch Hans Marcher, steirischer Arbö-Chef, warnt: "Es gibt bereits viele Ausnahmen von den Verboten, zum Beispiel für den Transport von Milch. Man muss also aufpassen, dass dabei unterm Strich nicht mehr Fahrten herauskommen als vorher."
Der längere Samstag stößt dagegen allgemein auf Skepsis: "Da sollte nichts angerührt werden", sind sich ÖAMTC-Chefjurist Andreas Achrainer und Christian Gratzer (VCÖ) einig.
Albert Moder will nicht lockerlassen. Bei der Fachverbandsitzung in Wien kommen die Forderungen erneut aufs Tapet. "Es ist Zeit, dass sich etwas ändert."
Features
Nachtfahrverbot ja oder nein?
Karl Houdek, Großwilfersdorf: Ein Lkw-Nachtfahrverbot wäre besser als nichts. Man kann im Sommer ja kein Fenster offen lassen. Der Samstag wäre der Wermutstropfen. Ein Ersatz für die möglichst rasch zu bauende S 7 ist es aber nicht.
Barbara Stangel, Wörschach: Grundsätzlich ist das Nachtfahrverbot zu begrüßen. Es sollte aber nicht im Kuhhandel gegen den Samstag abgetauscht werden. Da ist vor allem der Urlauberverkehr etwa bei uns im Ennstal sehr stark.
Michael Kobald, Neumarkt: Ich bin gegen diesen Vorschlag und hätte gerne am Samstag nach 15 Uhr weiter Ruhe im Ort. Holzlaster und Ähnliches fahren ohnehin nur tagsüber. Moderne Lkw sind leise und stören nachts nicht.

















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