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Zuletzt aktualisiert: 21.09.2011 um 20:42 UhrKommentare

"Für heimische Frächter hat die Bevölkerung Verständnis"

Fritz Mayer ist einer der größten Frächter in der Steiermark. Wir haben gefragt, warum seine Fahrzeuge am Triebener Tauern und teils mit rumänischen Kennzeichen fahren.

Fritz Mayer ist Herr über 130 solcher Fahrzeuge - natürlich im Großformat. Im Hintergrund wacht der Heilige Christophorus als Schutzpatron

Foto © FRÖHLICH Fritz Mayer ist Herr über 130 solcher Fahrzeuge - natürlich im Großformat. Im Hintergrund wacht der Heilige Christophorus als Schutzpatron

Dem einen oder anderen ist es schon aufgefallen. Die Lkw der Spedition Fritz Mayer in Zeltweg sind teils mit rumänischen Kennzeichen unterwegs. Zu diesem und anderen Themen haben wir Firmenchef Fritz Mayer zum Interview gebeten.

Herr Mayer, es fällt auf, dass einige ihrer Lkw rumänische Kennzeichen haben. Machen Sie das, um Steuern zu sparen?

FRITZ MAYER: Nein, Steuern sind da kein Thema. Wir haben eine Firma in Rumänien. Früher gab es Subfrächter in Slowenien und Ungarn, die aber der Krise zum Opfer gefallen sind. Jetzt sind wir quasi unser eigener Subfrächter. Insgesamt haben wir 50 von insgesamt 130 Autos nach Rumänien verlagert. Andere lassen in Österreich ihren ganzen Fuhrpark auf, wir sicher nicht. Der wichtigste Grund für die Verlegung war, dass wir Fahrer nicht mehr im nötigen Ausmaß bekommen haben.

Ist es so schwer, Fahrer zu bekommen?

MAYER: Ja, vor allem für den internationalen Fernverkehr. Von Norddeutschland nach Spanien zu fahren, und das übers Wochenende, dafür lässt sich jemand aus dem Murtal nicht so leicht begeistern. Das schaffst du nur mit ausländischen Fahrern.

Wie stehen Sie zur Diskussion um Nachtfahrverbote?

MAYER: Da stimme ich unserem Sprecher Albert Moder zu .

Auf der Triebener Straße B 114 wollen Anrainer ein Fahrverbot für Lkw über 7,5 Tonnen. Viele Ihrer Fahrzeuge sind hier unterwegs. Warum diese Route?

MAYER: Einerseits, weil wir im Pölstal Kunden wie Zellstoff Pöls und Mondi in Möderbrugg haben. Und was den Triebener Tauern betrifft, waren es die Anrainer, die einen Ausbau gefordert haben, nicht die Frächter. Jetzt fordern die Anrainer wieder, dass es eine Dorfstraße sein muss. Das kann es nicht ganz sein. Es ist schließlich unser aller Steuergeld, das in die Straßen fließt.

Wenn Ihre Lkw aus Richtung Liezen nach Zeltweg fahren: Schicken Sie sie über den Triebener?

MAYER: Ja, weil die Strecke kürzer ist. Wir fahren dort, wo wir dürfen. Ich glaube auch, dass die Leute für heimische Frächter Verständnis haben. Das Problem ist nicht der Lkw aus der Region, sondern ausländische Fahrzeuge, die zum Beispiel im Transit von Polen nach Spanien unterwegs sind. Die Frequenz erhöhen da sicher auch die Navigationsgeräte, die den kürzesten Weg anzeigen.

Ein Wort zum Ausbau der S 36?

MAYER: Ein Ausbau gehört her, es muss ja keine Autobahn sein. Wir wissen von anderen Gebieten: Wo es keine gute Straße gibt, gibt es keine Industrie und letztlich auch kein Wohngebiet.

Sie betreiben auch die Raststation M-Rast in Zeltweg, die sehr gut läuft. Man hört von einem Hotelprojekt. Wie weit ist es gediehen?

MAYER: Die Pläne sind fertig, wir werden es mit einem Partner neben der M-Rast bauen. Über Größe und andere Details äußere ich mich jetzt noch nicht öffentlich. INTERVIEW: JOSEF FRÖHLICH


FAKTEN

Spedition Mayer in Zeltweg. 130 Lkw sind regional, national und international unterwegs. Jeder Lkw fährt pro Jahr 100.000 bis 150.000 Kilometer.

Der Betrieb beschäftigt rund 150 Fahrer. Die Raststätte M-Rast eingerechnet arbeiten bei Mayer rund 200 Menschen. Demnächst wird der Betrieb um ein Hotel erweitert.

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