Bezirks- und Gemeindesuche
Im Murtal ist die Geduld am Ende
Vor einem Jahr sollte der Ausbau der Schnellstraße im Murtal beginnen, dann kam die Absage. Die Betroffenen harren einer Lösung, die längst versprochen ist.

Foto © Josef FröhlichHermann Hartleb, Bürgermeister von St. Georgen ob Judenburg
Hermann Hartleb ist Politiker - Kommunalpolitiker. Doch von der "großen Politik" in Graz und Wien ist der ÖVP-Bürgermeister von St. Georgen ob Judenburg mit rund 1000 Einwohnern enttäuscht. Hört er von dort doch immer Vertröstungen, wenn es um eine Sache geht, für die er (und viele andere) sich seit fast 20 Jahren einsetzen: eine Verkehrslösung für seine Gemeinde und das Murtal.
Vor einem Jahr hätte mit dem Ausbau der Murtalschnellstraße von Judenburg nach Scheifling, etwas mehr als 20 Kilometer, begonnen werden sollen. Doch die Evaluierung sämtlicher hochrangiger Straßenprojekte in Österreich kam dazwischen und letztlich die Absage für die Verlängerung der S 36 in ihrer geplanten Form. In Sparzeiten nicht wirtschaftlich genug, begründete Verkehrsministerin Doris Bures (SPÖ), die außerdem eine Verschärfung des Transits befürchtete. "Eine Transitstrecke ist das Murtal doch bereits", hielt da Bürgermeister Hartleb entgegen.
Doch weder Franz Voves (SP) noch Hermann Schützenhöfer (VP) legten sich für den Vollausbau noch ins Zeug. Allerdings ging nach der Absage das Ringen um eine Lösung weiter. Wirtschaftskammer und die Gewerbetreibenden des Murtals klopften mehrfach bei Bures an, die versprach, mit dem Land und der Asfinag nach günstigeren Alternativen zu suchen.
"Für Ende Mai waren uns die Ergebnisse zugesagt, aber gehört haben wir bis heute nichts", beklagt Hartleb.
Vertrag fast fertig
Tatsache ist aber, dass Bund, Land und Asfinag in den vergangenen Monaten hinter den Kulissen einen Vertrag ausgearbeitet haben, der einige Baumaßnahmen entlang der alten Schnellstraßentrasse vorsieht. "Wir feilen an den Details dieses Vertrages und die Präsentation wird demnächst erfolgen", erklärt Susanna Enk, Sprecherin der Ministerin.
Bisher bekannt sind Pläne für Unterflurtrassen in St. Georgen und Unzmarkt. Laut Verkehrslandesrat Gerhard Kurzmann (FPÖ) hatte Bures dafür im Jänner ihre Zusage gegeben und einen Baustart noch heuer in Aussicht gestellt. Dann wurde auf 2012 verschoben, jetzt steht man bereits bei 2013. "Das", sagt der Landesrat, "werden wir aber nicht hinnehmen" und appelliert an Wien für einen früheren Beginn. Welche Summe in den Ausbau im Murtal investiert werden soll, sickerte bislang nicht durch.
Bürgermeister Hartleb bleibt trotz so konkreter Schritte vorsichtig: "Ich glaube nichts, bevor nicht der erste Bagger auffährt."
Für Gabriele Kolar, SP-Landtagsabgeordnete aus der Region, sind die Unterflurtrassen in St. Georgen und Unzmarkt aber "nur der Anfang. Es müssen weiters einige gefährliche Straßenabschnitte entschärft werden". Kolar spricht sich aber deutlich gegen den Ausbau zu einer Transitstrecke aus: "Sonst haben wir es wieder mit den Gegnern der Schnellstraße zu tun."

















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