Bezirks- und Gemeindesuche
Rechnungshof sieht bei Tageskliniken schwarz
Der Bundesrechnungshof nahm sich steirische Tageskliniken zur Brust: Ein Gesamtkonzept fehle, viele Steirer würden zu oft ins Krankenbett gelegt statt nach einem Tag heimgeschickt.

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Nichts zu lachen haben die Verantwortlichen der steirischen Spitalsgesellschaft Kages. Von den mehr als einer Milliarde Euro, die im Zuge des Immobiliengeschäftes mit dem Land geflossen sind, ist fast alles verbraucht oder verplant. Dann der harte Sparkurs des Landes - bei steigenden Kosten.
Genau hier hakte der Bundesrechnungshof ein und stellt steirischen Spitälern nun dürftige Noten aus. Aus dem vertraulichen Rohbericht über Tageskliniken (für Eingriffe ohne "Übernachtung") geht hervor, dass die Steirer dort 2010 viel zu selten behandelt wurden. Quote (Auslastung) und Kasse (Abgeltung) waren manchmal wichtiger als Vorteile für Patienten. Diese klassisch stationär aufzunehmen, kostet aber viel Geld: Laut Rechnungshof könnten die Steirer schon 65 Spitalsbetten einsparen, wenn sie bloß mehr die Graue-Star-Operationen tagesklinisch erledigen würden. Reaktion: Land Steiermark und Kages geloben, den tagesklinischen Bereich zu forcieren.
Hinter Bundes-Durchschnitt
Aus Rechnungshof-Sicht hinken die steirischen Tageskliniken (Graz, Bruck, Leoben und Fürstenfeld) im Österreich-Vergleich hinterher. Egal, ob es sich um Operationen an Händen und Füßen oder um die Augenheilkunde handelt. Es fehle "ein landesweites Gesamtkonzept zur tagesklinischen Leistungserbringung". Der Bereich, obwohl für das Budget insgesamt und für den Patienten vorteilhaft, war "schwach entwickelt".
So konnte es passieren, dass in Fürstenfeld manche Krebspatienten für ihre Chemotherapie aus "rein verrechnungstechnischen Gründen", wie die Kages einräumt, stationär aufgenommen worden sind. Also um "eine höhere Abgeltung zu lukrieren", kritisiert der Rechnungshof das - an anderer Stelle sehr positiv erwähnte - Landesspital.
So gab es in Bruck an der Mur 2009 bloß vier entsprechende tagesklinische Graue-Star-Operationen - von insgesamt mehr als 3200. Die Spitalsgesellschaft begründet das mit fehlenden Strukturen. Und damit, dass die niedergelassenen Ärzte eine "mangelnde Nachbetreuungsbereitschaft" hätten.
Landesweit gesehen war wiederum die "hohe Anzahl an allgemeinchirurgischen Abteilungen mit einer relativ geringen Auslastungszahl" Grund dafür, dass die Spitäler ihren Patienten lieber eine Behandlung inklusive Bett verschrieben haben.

















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