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Neuer TU Rektor für Internationalisierung und Gebühren
Harald Kainz will flächendeckende Umstellung der Studien auf Englisch, außerdem sprach sich der neue Rektor der TU für die Einführung von Studiengebühren aus.

Foto © APADer neue Rektor der TU Graz Harald Kainz sowie der bisherige Rektor Hans Sünkel
Master- und PhD-Studien flächendeckend in englischer Sprache, führende Technische Unis weltweit als Partner an Bord holen und die Stärken der in den vergangenen Jahren definierten fünf Kompetenzfelder der TU Graz weiter stärken: Das sind einige der Ziele von Harald Kainz, dem neuen Rektor der TU Graz. Am Dienstag hat sich der Nachfolger von Hans Sünkel im Pressegespräch zudem dezidiert für die Einführung der Studiengebühr an der TU Graz für alle Studienrichtungen und zum Höchstbetrag ausgesprochen.
"Hans Sünkel übergibt ein wirklich wohlbestelltes Haus. Die Uni hat sich in den letzten acht Jahren extrem gut entwickelt", so der bisherige Vizerektor für Infrastruktur und ab 1. Oktober neue Rektor der TU Graz über die Leistungen seines Vorgängers. Den von Sünkel eingeschlagenen Kurs wolle er nun unter den Schlagworten "Teamarbeit, Motivation und Begeisterung" weiterführen. Am Dienstag gab Kainz einen ersten Einblick in seine Strategie.
Um internationale Baccalaureatsstudierende anzuziehen "und auch den inländischen Studierenden den Weg in die Internationalität zu bereiten" sollen bereits bis 2013 sämtliche PhD-Programme ausschließlich in englischer Sprache angeboten werden. Sukzessive - Kainz spricht von einem Zeitraum von fünf bis acht Jahren - sollen auch die Masterprogramme auf Englisch umgestellt werden. "Studierende aus Osteuropa und darüber hinaus sind nicht mehr bereit Deutsch zu lernen, Englisch dominiert. Wir müssen uns anpassen, wenn wir mithalten wollen", so Kainz. Dementsprechend sind "intensive sprachliche und didaktische Weiterbildungsmaßnahmen" für die Lehrenden geplant.
Forschung
Im Bereich der Forschung gelte es "Stärken stärken", also besonders erfolgreiche Bereiche weiter gezielt zu fördern und die Basis verbreitern. "Wir wollen mit wenigen Themen ganz nach oben", so Kainz. Wobei darauf zu achten sei, "dass ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Forschung bewahrt wird". Sich mit den Besten nicht nur zu vergleichen, sondern auch mit ihnen zu kooperieren bleibe weiterhin Leitmotiv. Dabei will man noch stärker international agieren - vor allem verstärkt in Richtung Asien und Südosteuropa. "Qualität geht hier vor Quantität. Wir wollen zehn bis 15 führende TU weltweit als Partner an Bord holen", schilderte Kainz. Regional soll die Kooperation NAWI Graz mit der Uni Graz im Bereich der Naturwissenschaften weiter ausgebaut werden und auf breiter Ebene mit der FH Joanneum kooperiert werden.
Die von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle (V) gemachten Vorschläge zur Wiedereinführung von Studiengebühren, die mit einer Obergrenze von 500 Euro pro Semester autonom von den Universitäten eingehoben werden könnten, werden von Kainz befürwortet. "Es gibt nach wie vor einen nicht unwesentlichen Anteil an nicht-prüfungsaktiven Studierenden. Die Ernsthaftigkeit am Studium steht in gewisser Relation zu den Studiengebühren", meinte Kainz. Angesichts des damit verbundenen administrativen Aufwandes sei es sinnvoll, den von Töchterle vorgegebenen Rahmen voll auszunützen. Für die TU Graz würde er daher die Variante "flächendeckend und zum Maximalbetrag" für sinnvoll halten.
Harald Kainz wurde 1958 in Graz geboren. Er studierte Bauingenieurwesen und Wirtschaftsingenieurwesen im Bauwesen an der TU Graz und war ab 1982 am TU-Institut für Siedlungswasser- und Industriewasserwirtschaft, Grundwasserhydraulik und Landwirtschaftlichen Wasserbau tätig. Nach der Promotion 1990 war er in leitenden Positionen in Ingenieurbüros tätig. Die Berufung an den Lehrstuhl für Siedlungswasserwirtschaft und Landschaftswasserbau brachte ihn nach zehnjähriger Wirtschaftserfahrung wieder an die TU Graz zurück. Seither war er in verschiedenen leitenden Positionen tätig: U.a. wurde er 2004 zum Dekan der Fakultät für Bauingenieurwissenschaften gewählt, seit 2007 war er Vizerektor für Infrastruktur und Informations- und Kommunikationstechnologien.

















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