Bezirks- und Gemeindesuche
Joanneum und Wagna im Streit um Flavia Solva
Eine neue Wendung gibt es beim von der Zuschüttung bedrohten Flavia Solva. Die Gemeinde soll den mit dem Joanneum vertraglich vereinbarten finanziellen Verpflichtungen, die es anlässlich der Eröffnung des Museumsgebäudes 2004 eingegangen war, nachkommen.

Foto © Lenhard
"Das Universalmuseum Joanneum ist im Interesse des Publikums natürlich bestrebt, den Standort Flavia Solva bestmöglich zugänglich zu machen", hieß es. Zurzeit sei es aber wegen erheblicher Kosten (und wegen der politisch vorgegebenen Einsparungen, Anm.) nicht möglich, die optimalen konservatorischen Maßnahmen zu treffen. "Sollte die Gemeinde Wagna hingegen den finanziellen Verpflichtungen nachkommen, die sie mit einem Vertrag anlässlich der Eröffnung des Museumsgebäudes in Flavia Solva eingegangen ist, wäre ein Sockelbetrag für die Restaurierung annähernd im Rahmen der halben Kosten gegeben", so die UMJ-Geschäftsführung. In diesem Fall werde man sich bemühen, weitere Mittel für die Sanierungsmaßnahmen in einer Bausteinaktion aufzubringen. Zuletzt war von rund 400.00 Euro an Kosten die Rede.
Repliken statt Originale
Der Stand der Planung ist derzeit, dass die römerzeitliche Ausgrabung Flavia Solva in Wagna bei Leibnitz zugeschüttet wird und das kleine, bisher in der Sommersaison geöffnete Museumsgebäude in eine "begehbare Vitrine" umgewandelt wird. Durch die Streichung eines Dienstpostens wird das auf Stelzen über dem Ausgrabungsfeld errichtete Glasgebäude nicht mehr öffentlich zugänglich sein, zudem werden die ab Mai 2012 präsentierten Objekte nicht mehr Originale, sondern Repliken sein. Die Originale - Steine, Münzen, Kunst- und Gebrauchsgegenstände - kommen ins Depot der Generalsammlung und werden vorderhand nicht in die ständige Schausammlung des Archäologiemuseums in Schloss Eggenberg integriert. Abgesehen vom kleinen Museum, das bisher von Mai bis Ende September rund 2.500 Besucher zählte, wird aus Kostengründen auch die mehrere hundert Quadratmeter große Ausgrabung aus den 1980er Jahren geschlossen.
Zum Thema
Das Municipium Flavia Solva ist die bedeutendste Römersiedlung in der Steiermark, der ca. 70 n.Chr. unter Kaiser Vespasian das Stadtrecht verliehen wurde und die im dritten und vierten Jahrhundert nach Christus ein Zentrum im Südosten der Provinz Noricum darstellte. 1990 wurde das Freilichtmuseum eröffnet, 2004 kam anlässlich der Landesausstellung das kleine Museum hinzu.

















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