Bezirks- und Gemeindesuche
Vorsicht Abzocke: AK warnt vor Werbefahrten
Gewinnbenachrichtigungen überfluten steirische Bezirke, dahinter stehen wieder Werbefahrten. Konsumentenschutz warnt vor Abzocke. Der Tipp lautet: "Nicht mitfahren und die Gewinnbenachrichtigung unbedingt wegwerfen."

Foto © Reuters | Sujetbild
Bei Guido Zeilinger vom Konsumentenschutz der Arbeiterkammer Leoben laufen derzeit die Telefone heiß. Grund dafür ist ein sogenanntes "Energiegewinnspiel Österreich - Großes Preisrätsel", das in den Bezirken Judenburg, Knittelfeld und Murau die Runde macht. Dahinter steckt, wie so oft, eine Werbefahrt. "Wir hatten noch nie so viele Anfragen wegen einer Werbefahrt. Es haben sich schon mehr als 200 besorgte Bürger gemeldet", so Zeilinger. Die Gewinnbenachrichtigung wird von einem gewissen "Rene Spiller" aus Salzburg verschickt, er ist Zeilinger bekannt.
"Derzeit bekommen großteils ältere Menschen eine Nachricht, sie hätten 7500 Euro gewonnen. Den Gewinn müssen sie im Zuge eines Ausflugs abholen", erklärt Zeilinger, der darauf hinweist, dass es sich dabei um eine Werbefahrt handelt.
Gerissene Keiler
"Diese Keiler sind sehr gerissen. Wo sie ihre Adressen herbekommen, wissen wir nicht genau. Es könnte sich um Karteien von früheren Werbefahrten handeln", weiß Zeilinger, der sicher ist, dass bald die gesamte Steiermark mit dieser Aussendung überflutet wird. "Diese Postkastenfirmen verschicken die Gewinnbenachrichtigungen gebietsweise", weiß er.
"Es war die Hölle"
Auch eine junge Dame aus Murau hat schon Erfahrungen damit gemacht. Kürzlich hatte auch ihr Großvater eine "Rene Spiller"-Gewinnbenachrichtigung erhalten. "Mein Opa wollte schon das Schreiben beantworten und an der Fahrt teilnehmen, aber ich habe ihm davon abgeraten", so die Murauerin, die namentlich nicht erwähnt werden möchte. Sie selbst sei ebenfalls schon auf einer Werbefahrt gewesen. "Es war die Hölle. Wir wurden mit einem Bus zu einem Gasthaus gekarrt und sollten dort etwas kaufen. Gewinn gab es keinen. Ich durfte nicht alleine auf die Toilette gehen, die Verkäufer haben mich verfolgt", sagt sie.
Auch dieses Spiel kennt Konsumentenschutz-Experte Guido Zeilinger. "Problematisch ist, dass sich ältere Menschen schneller einschüchtern lassen, deswegen sind sie bevorzugte Opfer", meint er. Sein Tipp für alle Menschen, die die Gewinnbenachrichtigung bereits bekommen haben, lautet: "Nicht mitfahren und die Gewinnbenachrichtigung unbedingt wegwerfen."
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Fakten
"Nicht mitfahren und das Schreiben wegwerfen."
Guido Zeilinger, AK

















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