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Reader's Digest nervt mit Werbepost
Mit fragwürdigen Werbemethoden ist der US-Verlag "Reader's Digest" auch in der Steiermark aktiv: Mit der Teilnahme an einer "Zusatzrenten"-Verlosung kauft der Konsument einen Weltatlas um 19,90 Euro. Der Verlag selbst wehrt sich gegen die Vorwürfe der Konsumentenschützer.

Foto © Lars Christensen | FotoliaMit Gewinnspielen geht Reader's Digest seit vielen Jahren auf Kundenfang
Was vielen Steirern kürzlich ins Haus flatterte, wurde von der Hamburger Verbraucherzentrale bereits 2007 als Verkaufsfalle bewertet. In dem persönlich gehaltenen Werbeschreiben wird den Teilnehmern an einer Verlosung eine lebenslange monatliche Zusatzrente von 2.133 Euro in Aussicht gestellt. Wer an der Verlosung teilnimmt, erhält einen Weltatlas "zum supergünstigen Preis" von 19,90 Euro zur Ansicht. Die teilweise verwirrende Aufmachung der Gewinnspielunterlagen und die Ausgestaltung der Gewinnspiele dienen laut Bettina Schrittwieser nur dazu, Produktbestellungen zu provozieren. "Daher sollte man solche Schreiben wegwerfen und keinen Kontakt mit dem Verlag aufnehmen", rät die Leiterin des AK-Konsumentenschutzes.
Verlag wehrt sich
"Reader's Digest" hingegen wehrt sich gegen die Vorwürfe der Konsumentenschützer, eine Teilnahme verpflichte nicht zum Kauf des Buches: "Wer kein Interesse an den Produkten hat, kann trotzdem bei der Gratisverlosung von Reader's Digest mitmachen – ohne jede Verpflichtung und mit den gleichen Gewinnchancen", so der Verlag in einer Aussendung.
Keine rechtliche Handhabe
Die Arbeiterkammer sieht die Gewinnspiele des Verlages generell kritisch: Die Abonnementzeitschrift für eine Leserschaft meist über 40 geht seit vielen Jahren mit Gewinnspielen auf Kundenfang, kritisiert die Arbeiterkammer. Rechtlich ist gegen die Werbemethoden von Reader's Digest nichts zu machen, auch wenn man sich als Konsument getäuscht fühlt. Denn wer Waren bestellt, schließt einen Kaufvertrag ab, so die Arbeiterkammer. Zwar kann man den Atlas innerhalb von vier Wochen retournieren, das Rückgaberecht bringt aber den Kunden in Zugzwang. Vor allem bei älteren Menschen ist das problematisch, denn sie scheuen oft den Aufwand und schicken die ungewollt bestellte Ware nicht zurück.






















