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Start für das erste Aukraftwerk naht
Noch heuer geht das erste der beiden umstrittenen Laufkraftwerke in den Mur-Auen südlich von Graz in Betrieb. Der Bau ist weit gediehen, jetzt beginnt das Wiederaufforsten.

Foto © Erwin ScheriauSo sah die Au einmal aus
Noch zwei Monate, dann fließt die Mur wieder geradeaus. Seit Jänner 2010 zieht der Fluss bei Gössendorf einen Bogen um eine künstliche Halbinsel, auf der das neue Wasserkraftwerk der Energie Steiermark in die Höhe wächst. Ab Juni nimmt die Mur wieder ihren alten Lauf und durchströmt die Schleusen der Anlage, deren Generatoren ab Jahresende Strom ins Netz speisen werden.
200 Arbeiter werken mit Baggern, Kränen und Betonmischern an der Baustelle südlich von Graz. Während für die sieben Kilometer flussabwärts gelegene Schwesteranlage bei Kalsdorf erst die Fundamente betoniert werden, steht der Großteil des Gössendorfer Kraftwerks bereits. "Wehrfelder, Durchlässe für die Turbinen und Krafthaus sind fast fertig, im Sommer werden die beiden Turbinen selbst und die Generatoren eingebaut", sagt Projektleiter Heinz Jauk. Dann ist das Kraftwerk bereit, 87 Gigawattstunden Strom im Jahr zu erzeugen. "Im Vergleich zu einem Kohlekraftwerk spart das 135.000 Tonnen CO2 im Jahr, was dem jährlichen Ausstoß von 60.000 Pkw entspricht", sagt Jauk.
Rund um das Baustellengelände breitet sich eine graubraune Fläche aus. Auf etwa 40 Hektar mussten die Bäume für den Bau der Dämme nach Norden (rund zwei Kilometer bis zur Autobahnbrücke), die Unterwassereintiefung nach Süden und das Kraftwerk selbst gerodet werden. Drei bis vier Jahre werde es dauern, bis die Wunde für das Auge durch Aufforstungen vollständig verheilt sei, sagt Jauk. Die Gruppe von Aubesetzern, die sich monatelang gegen den Bau gewehrt hatte, ist längst abgezogen. Die Kraftwerksgegner konzentrieren sich inzwischen auf die fast baugleiche Anlage, die in Graz entstehen soll.
160 Millionen Euro investieren Energie Steiermark und Verbund gemeinsam in die beiden Staustufen und die rund 100 vorgeschriebenen Ausgleichsmaßnahmen. Ab Jahresende wird der erzeugte Strom über unterirdische 20-kV-Kabel zu den Umspannwerken Grambach (Gössendorf) und Neudorf/Werndorf (Kalsdorf) transportiert.

















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