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Zuletzt aktualisiert: 10.02.2011 um 13:21 UhrKommentare

Bettelverbot: Für Kapellari ist bisherige Regelung ausreichend

Steirische Diözesanbischof: "Wer als Christ für Bettelverbote eintritt, muss sich fragen lassen, was er zur Linderung von materieller Not und Elend beiträgt."

Foto © Erwin Scheriau

Der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari hält die bisherige Regelung zum Bettelverbot im steirischen Landessicherheitsgesetz für ausreichend. Kapellari nahm damit am Donnerstag zur in einem Unterausschuss des steirischen Landtags am Mittwoch beschlossenen Verschärfung des Bettelverbots Stellung: "Ziel muss es sein, Armut nicht zu verstecken, sondern überwinden zu helfen. "Wer als Christ für Bettelverbote eintritt, muss sich aber jedenfalls selbst fragen und von anderen fragen lassen, was er zur Linderung von materieller Not und schon gar zur Linderung von Elend unter Wahrung der Menschenwürde Betroffener beiträgt."

Unterschiedliche Auffassungen

Unter den Katholiken im Land gebe es unterschiedliche Auffassungen zu einem völligen Bettelverbot: "Ich selbst halte die bisherigen Regelungen für ausreichend", so der Bischof in einer Aussendung. In einem Brief an die verantwortlichen Politiker hatten bereits am Montag Caritas und Katholische Aktion Steiermark sowie das "Welthaus" der Diözese Graz-Seckau gegen ein solches Verbot Stellung bezogen.

Kapellari meinte laut Kathpress weiters, der öffentliche Diskurs über das Bettelverbot sei ein wichtiger Beitrag zur Steigerung "ethischer Sensibilität in der Zivilgesellschaft wie in der Kirche". Die Kirche stehe unter dem Dauerauftrag, sich für "eine vom Evangelium inspirierte Überwindung von Armut und Elend einzusetzen und ist dafür bekanntlich auch in der Steiermark vielfältig tätig", erinnerte Kapellari.

Weiters hatte der Vorsitz des Ökumenischen Forums Steiermark - Bischofsvikar Heinrich Schnuderl und Superintendent Hermann Miklas - an die Politik appelliert, einen Beschluss erst nach Vorliegen eines Entscheids des VfGH zu fassen. "Die christlichen Kirchen kennen aus direkter Erfahrung die Probleme sowohl der Bettlerinnen und Bettler, als auch die von unterschiedlichen Motiven geleiteten Vorbehalte aus der Grazer Bevölkerung. Gemeinsam mit der Stadt sind die Kirchen mit ihren diakonischen bzw. caritativen Einrichtungen seit Jahren bemüht, das Los der Armen im Bereich des Möglichen zu lindern. Wir wissen aber auch, dass eine wirklich längerfristige Lösung der sozialen Probleme der Minderheit der Roma nur auf europäischer Ebene möglich ist".

Der steirische BZÖ-Chef Gerald Grosz kündigte an, eine Bürgerinitiative "Kirchenbeitrag für Pucher - Genug gezahlt" vorzubereiten. Solange dieser (Wolfgang Pucher von der Pfarre St. Vinzenz in Eggenberg gilt als Grazer Armenpfarrer und Galionsfigur gegen das Bettelverbot, Anm.) mit "Kirchenbeitragsgeldern indirekt Politik für Menschen- und Kinderhändler macht und damit das Leid von ausgebeuteten Menschen prolongiert, werden wir zu einem Boykott der Kirchenbeitragsgelder aufrufen", so Grosz am Donnerstag.


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