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Zuletzt aktualisiert: 29.01.2011 um 21:05 UhrKommentare

Diskussion über Kirche: "Wohltuend und schön"

Wie junge Menschen ansprechen? Mit dieser Frage beschäftigten sich die Besucher der Veranstaltung "Offen über die Kirche reden".

Bischof Egon Kapellari initiierte die Diözesangespräche

Foto © KanizajBischof Egon Kapellari initiierte die Diözesangespräche

Offen über die Kirche reden. Diese Möglichkeit bot sich Freitag Abend auf Initiative des Diözesanbischofs Egon Kapellari in der gesamten Steiermark, darunter auch beim Roten Kreuz in Knittelfeld. Und zwar mit Generalvikar Helmut Burkard und Erich Hohl, Generalsekretär der Katholischen Aktion, wobei die beiden die Rolle der Zuhörenden einnahmen. "Das, was hier gesagt wird, wird nicht in diesem Raum versickern. Es wird aktenkundig sozusagen", leitete Moderator und Religionsjournalist Martin Gross ein.

Und es wurde viel gesagt. Rund hundert Schäfchen fanden sich ein, die meisten hatten einen Bezug zur Kirche. Vertreter der Katholischen Jugend, Priester, Schwestern, Religionslehrer oder Mesnerinnen - aus vielen unterschiedlichen Bereichen stammten die Besucher, genauso vielfältig waren die Diskussionsbeiträge. "Die Gesellschaft ist nicht mehr so im Glauben getragen wie vor 50 Jahren. Es bedarf unser aller Anstrengung, dass junge Menschen wieder zum Glauben finden", meinte etwa die Großlobminger Schwester Eva Maria Lechner. Generell bezogen sich die meisten Statements auf die Frage, wie die Kirche junge Menschen ansprechen kann und weniger auf die Missbrauchsfälle, die im Vorjahr die Menschen erschütterten und eine Austrittswelle zur Folge hatten.

Bei einigen Wortspenden durfte auch geschmunzelt werden, etwa bei den launigen Erzählungen des Zeltweger Pfarrers Ewald Pristavec, der seine Erfahrungen aus dem Religionsunterricht an einer höheren Schule schilderte. Sein Fazit: "Meine Beobachtung ist, dass die jungen Menschen der Meinung sind, Kirche nicht zu brauchen."

Die Dialogfähigkeit der Kirche sprach Religionslehrerin Inge Painer an: "Wir müssen alle offen sein und dürfen nicht aufhören, an der Kirche zu arbeiten."

Die Auswertung der Fragebögen, die von den Besuchern im Vorfeld ausgefüllt wurden, ergab, dass den Menschen die "Demokratische Mitbestimmungsmöglichkeit" um einiges wichtiger ist als etwa die Aufhebung des Pflichtzölibats.

Generalvikar Burkard sagte zum Abschluss: "Bitte weiter so miteinander reden. Das war wohltuend. Das war schön."

MICHAELA FRÖHLICH

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