Bezirks- und Gemeindesuche
In Graz platzt Reininghaus-Bombe
Der Eigentümer der Reininghaus-Gründe, Ernst Scholdan, hat vom Grazer Polittheater offenbar genug: Er soll das Grundstück bereits verkauft haben.

Foto © GEPASoll Reininghaus-Gründe bereits verkauft haben: Ernst Scholdan (re)
Am Montag dürfte die Bombe platzen: Dem Vernehmen nach hat der Eigentümer der Grazer Reininghaus-Gründe, der Wiener PR-Profi Ernst Scholdan, im Büro von Bürgermeister Siegfried Nagl um einen dringlichen Termin gebeten. Der Inhalt des Gesprächs dürfte für Nagl ziemlich peinlich werden: Scholdan soll, das ergaben die Recherchen der Kleinen Zeitung, die 54 Hektar großen Gründe inzwischen an eine neue Investorengruppe verkauft haben.
Sondersitzung
Hintergrund dürfte das Polittheater sein, das in Graz seit Monaten aufgeführt wird. Die schwarz-grüne Regierung will die Gründe kaufen, um dort einen Stadtteil zu entwickeln, die Opposition hat sich auf die hohen Kosten eingeschossen. Zuletzt hatte man sogar eine Sondersitzung des Gemeinderats für 13. Jänner durchgedrückt, wo der geplante Kauf noch einmal zerpflückt werden sollte.
Das dürfte mit dem Verkauf hinfällig sein, denn alle bisher erzielten Verhandlungsergebnisse sind ab sofort nicht mehr als "Ideen". Ab sofort kann die Stadt mit den neuen Eigentümern neue Gespräche beginnen, ob dabei alles billiger wird für die Stadt, ist mehr als fraglich.
Keine Stellungnahme
Scholdan war für eine Stellungnahme nicht erreichbar, hatte in einem Interview mit der Kleinen Zeitung im Dezember aber bereits von anderen Käufern gesprochen, sollte es mit der Stadt weiter Probleme geben. Insgesamt geht es um sehr viel Geld: Die Gründe sind mit 79,5 Millionen Euro belastet, diese Schulden hätte die Stadt quasi als Kaufpreis übernehmen müssen. Dazu kommen weitere rund 105 Millionen, die die Stadt für die Entwicklung des Stadtteils in die Infrastruktur investieren müsste.
Die Verwertung der Gründe geht ins Jahr 2005 zurück, als Scholdan bzw. "Asset One" die betrieblich nicht notwendigen Gründe übernommen hatte, als Heineken die Brauerei Reininghaus gekauft hatte. Jahrelang hatte Asset One versucht, den Stadtteil selbst zu entwickeln, hatte von der Stadt aber nicht die nötigen Widmungen erhalten.
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Zum Thema
REININGHAUS-GRÜNDE
2004 hatte der Bierkonzern Heineken die Österreichische Brauunion gekauft, zu der auch die Brauerei Reininghaus gehört.
2005 wurden 78 nicht betriebsnotwendige Liegenschaften um 238 Millionen Euro verkauft, inklusive der Reininghausgründe.
Diese gingen in der Folge an Asset One mit Ernst Scholdan.

















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