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Zuletzt aktualisiert: 07.10.2010 um 19:18 UhrKommentare

Rotes Kreuz: "Wir brauchen Ersatz" für Zivildiener

Das Rotes Kreuz ist von Zivildienern abhängig. Das sagt Gerald Schöpfer, Präsident des Roten Kreuz Steiermark im Interview mit der Kleinen Zeitung.

August Bäck, Pressesprecher des Roten Kreuz Steiermark, und Gerald Schöpfer

Foto © Marija KanizajAugust Bäck, Pressesprecher des Roten Kreuz Steiermark, und Gerald Schöpfer

Herr Schöpfer, als Präsident des Roten Kreuzes in der Steiermark, das Zivildiener beschäftigt: Mit welchem Gefühl verfolgen Sie die Debatte um die Wehrpflicht?

GERALD SCHÖPFER: Mittel- und langfristig müssen wir uns vor dem Hintergrund der veränderten Situation in Europa der Frage stellen, welches Heer wir brauchen. Aber das ist zu trennen von der derzeitigen Vorwahldebatte.

Angenommen, die Wehrpflicht fällt und damit auch der Zivildienst, was hieße das für das Rote Kreuz?

SCHÖPFER: Wir sind von Zivildienern abhängig. Pro Jahr sind 330 beim Roten Kreuz in der Steiermark im Einsatz. Ein freiwilliger Dienst kann sie nicht ersetzen, denn Freiwillige sind auch berufstätig und haben nicht von 7 bis 18 Uhr Zeit. Das heißt, fallen die Zivildiener weg und will man Leistungen von uns, kommen neue Kosten auf uns zu. Ich schätze sie auf 12 bis 15 Millionen Euro im Jahr. Ein weiterer Punkt ist, dass wir über unsere Struktur nachdenken müssten. Denn wir haben ein Schulungszentrum für die Ausbildung der Zivildiener und es würde sich die Frage stellen, was damit geschehen soll.

Könnte ein verpflichtendes Sozialjahr den Zivildienst ersetzen?

SCHÖPFER: Ohne Zivildienst wird sich die Politik eine Alternative einfallen lassen müssen. Fest steht aber, dass vom Dienst beim Roten Kreuz jeder Einzelne profitiert, weil er bei uns zum Beispiel die Erste Hilfe lernt, und auch die Gesellschaft als Ganzes. 70 Prozent der Zivildiener bleiben uns später übrigens als Freiwillige erhalten, weil es eine sinnvolle Tätigkeit ist. Zivildiener sind engagierte Leute, keine Drückeberger, wie es früher oft geheißen hat.

Aber für welche Alternative würden Sie eintreten? Für das Sozialjahr?

SCHÖPFER: Es wird Abhilfe geben müssen. Das kann mehr Geld sein für mehr Leute, die wir dann einstellen müssten, oder die Pflicht zu einem Dienst. Sicher ist, mit der Freiwilligkeit schaffen wir die Abhilfe nicht.

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