Bezirks- und Gemeindesuche
Der Müllberg wächst an - die "Trennmoral" stagniert
523.257 Tonnen Abfall "produzierten" die Steirer im letzten Jahr. Ein Plus von drei Prozent. Mangelnde Trennmoral kostet zehn Millionen Euro.

Foto © Reuters/SujetSorgen bereitet den Abfallexperten die stagnierende Trennmoral: Noch immer finden sich aber viel zu viele Kunststoff- und Metallverpackungen oder auch Glas im Restmüll
Wir produzieren immer mehr Müll. Selbst die wirtschaftsdämpfende Krise hatte auf das weitere Anwachsen des Müllbergs keine Auswirkung. Im Gegenteil: Von 2008 auf 2009 wuchs die Gesamtmenge des heimischen kommunalen Abfalls von 508.035 Tonnen auf 523.257 Tonnen, drei Prozent mehr.
Detailergebnisse dazu liefert die aktuelle "Kommunale Abfallerhebung 2010", den die Fachabteilung 19D des Landes erstellt hat. Die Detailzahlen geben Einblick in eine "Soziologie unseres Konsum- und Alltagsverhaltens", meint Günther Illitsch, Referatsleiter der kommunalen Abfallwirtschaft.
So landeten 2009 mit 8508 Tonnen Elektro- und Elektroaltgeräten um 16,7 Prozent mehr im Abfall als noch 2008. "Manchmal merkt man richtiggehend, dass ein Elektrodiskonter eine Werbeaktion etwa für Flachbildschirme gehabt hat. Denn bald darauf landen die alten Geräte massenhaft im Müll. Das wird immer mehr", bemerkt Illitsch. Auch immer "schnelllebigere Möbel", deren Haltbarkeit auf einige Jahre schrumpft, erhöht die Sperrmüllberge. Von 2008 auf 2009 ist Sperrmüll um 12,1 Prozent auf 48.288 Tonnen angewachsen.
Sorgen bereitet den Abfallexperten aber in letzter Zeit die stagnierende Trennmoral. Sie sei zwar im europäischen Spitzenfeld angesiedelt, meint Christian Schreyer vom Dachverband der steirischen Abfallwirtschaftsverbände. "Noch immer finden sich aber viel zu viele Kunststoff- und Metallverpackungen oder auch Glas im Restmüll. Allein 4000 Tonnen Glas landet in der grauen Restmülltonne, wo es nicht hingehört", weiß Schreyer.
Der Konsument wird da zwei Mal zur Kassa gebeten: Einmal zahlt er schon beim Kauf einer PET-Flasche einige Cent Entsorgungsentgelt, und dann noch einmal, weil durch den "verunreinigten Restmüll" zusätzliche Kosten entstehen. Zehn Millionen Euro sind das im Jahr, die man einsparen könnte.
Wege zur Nachhaltigkeit
Dennoch sei die flächendeckende und nachhaltige Abfallentsorgung auch für die Zukunft gesichert, meint Wilhelm Himmel, Leiter der FA 19D. Grundlage dafür ist die "steirische Abfallstrategie" für die nächsten fünf Jahre. Die 428 Sammelzentren in der Steiermark ermöglichen getrennte Sammlung des anfallenden Mülls. Mit der Entsorgung des Restmülls in den sieben dezentralen Abfallverwertungsanlagen sei für kurze Transportwege gesorgt.
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DER MÜLL UND SEINE VERWERTUNG
523.257 Tonnen kommunaler Abfall fiel in der Steiermark 2009 an.
201.979 Tonnen Restmüll (Siedlungsabfälle, Sperrmüll und Straßenkehricht) machen davon den Löwenanteil aus.
50 Prozent kommen in die thermische Verwertung, die andere Hälfte wird in sieben Anlagen in der Steiermark einer biologisch-mechanischen Verwertung zugeführt und landen auf der Deponie.
Die Entsorgung einer Tonne Restmüll (Sammlung und Behandlung) kostet zwischen 250 und 300 Euro.
Vor 20 Jahren wurde die getrennte Sammlung eingeführt. Heute beträgt der Anteil des Restmülls weniger als 30 Prozent.




















