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Zuletzt aktualisiert: 01.09.2010 um 12:40 UhrKommentare

Interne FP-Kritik an Kurzmann wegen Anti-Islam-Spiel

Das vom steirischen FP-Chef Gerhard Kurzmann ins Internet gestellte Anti-Islam-Spiel stößt auch parteiintern auf Kritik.

Gerhard Kurzmann

Foto © APAGerhard Kurzmann

Der niederösterreichische FP-Abgeordnete Christian Höbart sieht angesichts der negativen Reaktionen bereits die laufenden Landtagswahlkämpfe gefährdet. "Dieses Spielchen überspannt meiner Meinung nach schlicht den Bogen", heißt es in einer der APA zugeleiteten internen Mitteilung Höbarts an den "lieben Gerhard". Der Abgeordnete fordert darin eine "vernünftige Entscheidung" des steirischen Landesparteichefs in dieser Frage.

Höbart gibt zu bedenken, dass die FPÖ durch die jüngsten Aussagen des Präsidenten der islamischen Glaubensgemeinschaft Anas Schakfeh sowie durch die Plakate in Wien und die Sarrazin-Debatte in Deutschland ohnehin die "absolute Themenführerschaft" in der Islam-Debatte habe. "Man hat uns Wähler geradezu zugetrieben...nun sind wir auf einmal in der Defensivposition und laufen Gefahr, wie bei der Bundespräsidentenwahl ins Eck gedrängt zu werden! Das ist verheerend und mit aller Kraft zu vermeiden", schreibt Hörbart.

Die Rückmeldungen zu dem Spiel seien "katastrophal", das Spiel überspanne den Bogen, "mit einem 'Abschiessen' anderer Religionen will kein Mensch etwas zu tun haben". Im Sinne einer erfolgreichen Wahlbewegung sei eine rasche, vernünftige Entscheidung in dieser Frage nötig. Auf APA-Anfrage bekräftigte Höbart seine Bedenken: Es gebe negative Rückmeldungen, auch aus türkischen Sympathisantenkreisen, die sich dadurch beleidigt fühlten. Zwar ziele man beim Internet-Spiel nicht mit Fadenkreuzen, sondern mit Stoppschildern, dennoch sei das Spiel "hart an der Grenze".

In Wien Spiel nicht geplant

Die Wiener FPÖ plant für den Wahlkampf kein Anti-Minarett-Spiel. "Das ist die eigenständige Linie der steirischen FPÖ, wir brauchen das nicht", sagte Wahlkampfleiter Herbert Kickl am Mittwoch zur APA. Das Spiel wurde gemeinsam mit dem Schweizer Werbefachmann Alexander Segert entwickelt, der schon die Werbelinie für ein Minarettverbot in der Schweiz gestaltet hat. Bei diesem kam ebenfalls ein Internet-Spiel zum Einsatz, das als Vorbild für die steirische Variante gedient hat.


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