Bezirks- und Gemeindesuche
Sölktal: Muren mit Sprengstoff beseitigt
Zu den Aufräumarbeiten im Sölktal gehört mehr als Schaufel und Bagger: Grenzen werden neu vermessen, Funkstrecken installiert und dem Vieh Wege zum Wasser freigesprengt.

Foto © Bundesheer/GrebienMänner der Feuerwehr Stein an der Enns und Soldaten des Bundesheeres sind derzeit im Einsatz. Vom Heer kommen heute weitere 40 Pioniere in die Region
Nicht nur die Menschen stöhnen unter der Hitze bei den Aufräumarbeiten im Sölktal. Das Vieh auf den Almen wurde durch die gewaltigen Murenabgänge teilweise verstreut und kann nun durch die großen Krater in der Landschaft nicht mehr ins Tal. "Drei Kühe wollten etwa zu einem Bach hinunter, sind dabei abgestürzt und tot", erklärt August Pressl, Pressesprecher der Einsatzleitung der Bezirkshauptmannschaft. Jetzt sprengt das Bundesheer die gewaltigen Schneisen zu, die die Muren hinterlassen haben. "Wir versuchen so Wege zu bauen, damit die Tiere wieder ins Tal und nach Hause können." Zum Fressen gibt es nämlich auch nicht viel - blühende Almwiesen sind derzeit Steinwüsten. "Erst gestern hat das Bundesheer 15 Heuballen zur Versorgung hineingeflogen."
Auch sonst sehen sich die Einsatzkräfte mit Problemen konfrontiert, die über das herkömmliche Aufräumen hinausgehen. Expertenteams aus Geologen, Straßenfachleuten, Vermessern sowie der Wildbach- und Lawinenverbauung begutachten in den acht betroffenen Gemeinden kritische Stellen.
Ein Mobilfunkanbieter plant derzeit ein eigenes Funknetz ins Sölktal aufzubauen. Zuvor hat man schon durch das Umschneiden einzelner Bäume versucht, den Empfang zu verbessern. "Das hat nicht funktioniert, wir statten auch die Almbewohner mit Funkhandys aus, weil wir sonst keine Verbindung haben." Ein weiteres Problem: Sämtliche Grenzen wurden durch die Muren verschoben. Wo früher ein Bach Grundstücke teilte, klafft nach dem Unwetter ein meterbreites Flussbett mit Tonnen von Geschiebe.
Gewitter & Regen
Für Freitagabend und Samstag meldet der Wetterbericht Gewitter und Niederschlag. "Wir haben uns darauf konzentriert, alle Bereiche, in denen Häuser betroffen sein könnten, freizumachen. Die Bagger werden an neuralgischen Stellen positioniert, damit wir eingreifen können, falls es wo kritisch wird."


















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