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"Der Blitz weiß eben nicht, was unter ihm ist"
Tragödien durch Blitzschlag sind nur zu verhindern, wenn man rechtzeitig in ein Haus oder Auto flüchtet, warnt Österreichs Blitzexperte.

Foto © Scheriau/Sujet
Gezählte 13.668 Blitze an einem Tag, das gab es am Samstag allein in der Steiermark. Doch es war nicht einmal ein Rekordtag. "Am Donnerstag zuvor gab es sogar 14.566", weiß Blitzexperte Gerhard Diendorfer vom österreichischen Blitzortungssystem ALDIS.
Doch die Nacht zum Sonntag schockierte die Steirer, denn da kam (wie berichtet) ein Familienvater durch einen Blitzschlag ums Leben. Mitten im Ort. Nur Meter von einem belebten Festgelände entfernt.
1. Wie konnte so ein Unglück mitten in einem Ort passieren?
GERHARD DIENDORFER: Wenn es Blitze gibt, ist man draußen immer in Gefahr. Der Blitz kommt von der Wolke runter, oft kilometerweit. Er weiß nicht, dass jemand unter ihm ist. Blitze sind immer gefährlich, egal ob Berg, Wiese oder neben einem Zeltfest.
2. Kann man sich gegen einen Blitz überhaupt schützen?
DIENDORFER: Schon bei Aufziehen eines Gewitters hineingehen. Haus und Auto sind gut gesichert. Hört man bereits das Donnergrollen, kann es schon zu spät sein. Relativ sicher ist es auch sehr nahe an etwas Hohem, wie Turm oder Haus.
3. Was tun, wenn einen das Gewitter im Freien überrascht?
DIENDORFER: Dann gilt Plan B. Weg vom Berggrad und von erhöhten Stellen. Sich klein machen. Der Blitz entscheidet erst 30 bis 40 Meter über dem Boden, was der höchste Punkt ist.
4. Also Eichen sollst du weichen, Buchen musst du suchen?
DIENDORFER: Viele Blitze gehen in Bäume, gefährlich sind aber alle Bäume gleich. Der Blitz kann auf neben dem Baum stehende Personen überspringen.
5. Zieht Metall Blitze an? Sind Schirme, Nordic-Walking-Stecken, Handys gefährlich?
DIENDORFER: Da wird Ursache mit Wirkung verwechselt. Der Blitz wird überhaupt nicht angezogen, er entlädt sich. Ein Schirm mit Metall oder Metallstecken machen nur einen Unterschied beim Ablauf des Blitzes. Doch sie können sogar Leben retten, wenn sie den Blitzschlag vom menschlichen Körper ableiten.
6. Wird die Blitzserie heuer so weitergehen?
DIENDORFER: Da müssen Sie die Meteorologen fragen. Doch große Hitze bringt Energie für die Gewitterbildung. Verbunden mit Temperaturstürzen eine Idealvoraussetzung für heftige Gewitter.




















