Bezirks- und Gemeindesuche
Zwei Mal pro Jahr steht ein Prüfer vor der Tür
Kontrolleure prüfen die tatsächliche Herkunft der Eier - allerdings nur in Stichproben.
GRAZ, WIEN. Neben der Polizei ermitteln derzeit die Prüfer der Agrarmarkt Austria (AMA) beim oststeirischen Eierhandelsbetrieb "Goldmund". Die Erkenntnisse aus dem Betrugsfall will man nutzen, um ähnlichen Vorfällen künftig vorzubeugen und einen weiteren Marketing-GAU dieses Ausmaßes zu verhindern. Doch inwieweit kann ein Gütesiegel, wie etwa jenes der AMA, überhaupt garantieren, dass tatsächlich jedes Einzelprodukt den Qualitätsanforderungen entspricht, für die das Siegel auf der Verpackung einsteht?
Natürlich ist es den Kontrolleuren nicht möglich, jedes einzelne Ei auf seine Qualität und tatsächliche Herkunft zu prüfen, bevor es in den Handel kommt. "Unsere Prüfer kommen in der Regel zwei Mal pro Jahr unangemeldet in die Betriebe", sagt Marianne Gollob, bei der AMA für Eierkontrollen zuständig. Überprüft wird dabei etwa, ob die hygienischen Bedingungen stimmen und ob alle Eier wie vorgeschrieben gestempelt sind. Trickst ein Betrieb mit eben diesen Herkunftsstempeln, wie es offenbar in der Oststeiermark geschehen ist, kann auch das festgestellt werden. So haben die Kontrolleure laut Lizenzvertrag das Recht, Einsicht in die Lieferpapiere zu nehmen. "Diese zeigen auf, wie viele Eier das Unternehmen von welchem Betrieb geliefert bekommen haben soll", sagt Gollob. "Wenn nun ein Betrieb mit zehntausend gelieferten Eiern aufgelistet ist, aber unseren Aufzeichnungen nach nur wenige Hühner hat, wissen wir, dass etwas nicht stimmt und die Eier von anderswo kommen müssen."
Isotope verraten Herkunft
Auch anhand der Eier selbst können die Prüfer festmachen, woher sie stammen. Das geschieht mittels sogenannter Isotopenuntersuchungen und Vergleichsproben aus dem vermeintlichen Herkunftsbetrieb.
Warum es trotz all dieser Möglichkeiten fast ein Jahr gedauert hat, bis man die Manipulationen bei "Goldmund" aufgedeckt hat? Das Unternehmen habe die Vorgänge geschickt verschleiert, heißt es bei der AMA. Eventuell vorhandene Schlupflöcher will man nun mit den neu gewonnenen Erkenntnissen stopfen.

















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