Bezirks- und Gemeindesuche
Vier Millionen Eier falsch etikettiert
Eier-Skandal nimmt ungeheure Ausmaße an. Oststeirisches Unternehmen soll seit August vorigen Jahres vier Millionen Eier aus Polen und Ungarn als steirisches Produkt verkauft haben.

Foto © ReutersEier aus Polen und Ungarn als steirisches Produkt verkauft
Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Doch bis jetzt könne man noch nicht sagen, wie hoch die Schadenssumme ist, so Ermittlungsleiter Anton Fimbinger von der Umweltgruppe des steirischen Landeskriminalamtes. Laut Firmenunterlagen soll der oststeirische Eierhandelsbetrieb seit August vorigen Jahres vier Millionen Eier aus Polen und Ungarn eingeführt, umetikettiert und als steirisches Produkt verkauft haben.
Die Firma fand mit den steirischen Eierlieferungen nicht mehr das Auslangen, also kaufte man aus den beiden osteuropäischen Ländern Eier zu. Woche für Woche wurden 100.000 bis 150.000 Eier angeliefert, insgesamt vier Millionen. Diese Lieferungen scheinen jedenfalls in den Unterlagen auf. Auf Weisung des Geschäftsführers mussten die Mitarbeiter diese Eier umetikettieren. Der Geschäftsführer soll von Firmenangehörigen aber mehrmals darauf aufmerksam gemacht haben, dass das Umetikettieren verboten ist.
Anton Fimbinger, Ermittlungsleiter
"Es besteht der Verdacht des Betruges. Die Höhe des Schadens kennen wir aber noch nicht. Die Ermittlungen laufen."
Um den Schwindel zu vertuschen, soll der Chef dann auch noch verlangt haben, die Buchhaltung zu manipulieren. Das war drei Mitarbeitern zu viel. Sie erstatteten Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Graz. Seither wird vom Landeskriminalamt ermittelt.
Nachdem die Kleine Zeitung gestern exklusiv über den Eier-Skandal berichtet hatte, gab es zum Teil heftige Reaktionen seitens der Eierbauern. Auch die Landwirtschaftskammer übte heftige Kritik am betroffenen oststeirischen Eierhandelsbetrieb. "Die Landwirtschaftskammer verurteilt die Machenschaften dieses oststeirischen Betriebes auf Schärfste", heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. Man sei empört über diese Vorgänge, so Präsident Gerhard Wlodkowski. "Die kleinen Eierbauern haben in den vergangenen Jahren massiv in alternative Haltungsformen investiert. Die ehrlich wirtschaftenden Bauern haben mit dem Eier-Skandal nichts zu tun und dürfen nicht die Leidtragenden dieses Etikettenschwindels werden."
Eine lückenlose Aufklärung des Falles fordert auch der Grüne Agrarsprecher LAbg. Lambert Schönleitner.
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Die steirische Landwirtschafts-kammer verurteilte in einer Aussendung den Etikettenschwindel auf das Schärfste: "Die kleinen, ehrlich wirtschaftenden Bauern haben mit dem Eier-Skandal nichts zu tun und dürfen nicht die Leidtragenden dieses Schwindels werden," so Kammer-Präsident Gerhard Wlodkowski.
Grünen-Abgeordneter Lambert Schönleitner forderte indessen rasche Aufklärung und eine Offenlegung der AMA-Kontrollen im Betrieb.

















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