Bezirks- und Gemeindesuche
FH-Studiengang als Spielball der Politik
Eine Kündigung und das darauffolgende Arbeitsgerichtsverfahren waren der Ausgangspunkt, der Vorwahlkampf im Landtag ist der vorläufige Höhepunkt einer Intrige an der FH.

Foto © KLZ/Marija KanizajFH Joanneum in Graz
Die Seite 1 im ÖVP-Propagandapostwurf "Tagespost", "Manipulationen bei Aufnahmetests" am Journalismus-Studiengang der FH, das war die Aufwärmrunde für die Sitzung des Bildungsausschusses am Dienstag und die Landtagssitzung kommende Woche, in der die VP zum Halali auf SP-Landesrätin Elisabeth Grossmann bläst, die ihre Aufsichtspflicht über die Fachhochschulen vernachlässige. Die Vorgeschichte ist bemerkenswert:
Ein Potokoll
Der Anlass: Studierende lehnen sich auf gegen einen Vortragenden. Einen anderen lieben sie, der ist unbeliebt bei Kollegen und Personalchef, weil Revoluzzer und Unruhegeist. Neue Wege der Kommunikation, nicht kontrollierbar - gut für die Innovation, schlecht für die Disziplin.
Die Folgen: Der Studiengangsleiter, Heinz Fischer, versteht die Studenten, der ungeliebte Vortragende wird gekündigt, er kämpft dagegen an beim Arbeitsgericht.
Der Begleitschutz: Parallel dazu leitet der Personalchef, auch Interner Revisor, eine Prüfung des Aufnahmeverfahrens ein. Ziel: Der Kündiger, Heinz Fischer. Laut schriftlicher Stellungnahme des Betriebsratschefs Martin Gutzelnig ohne Anlass, ohne vorherige Beschwerde, nach der von Fischer selbst eingeleiteten Reform.
Das Instrument: Das Aufnahmeverfahren, bestehend aus Arbeitsmappe, Test und Gespräch. Mit Wissen der Gesprächsteilnehmer passte Fischer die Punktezahl der Gesamtperformance an. Drei Lehrende - der Gekündigte und zwei Freunde - können sich nicht mehr erinnern. Die Psychologin, die bei allen Gesprächen dabei war, wird von der Revision nicht befragt.
Das Urteil: Der Revisor ortet "doloses Verhalten", die Geschäftsführung prüft und stellt fest: Die Dokumentation sei mangelhaft, das Delikt der Urkundenfälschung aber auszuschließen. Es sei "befremdlich", dass Fischer so wenig Glauben geschenkt wurde, dass wichtige Beteiligte nicht gefragt wurden, dass Reform und Korrektheit des Verfahrens seit 2009 erst auf Aufforderung erwähnt wurden. Dem Personalchef wird die Revision entzogen.
Die Konsequenz: Seither werden Medien, Politik und Gerichte systematisch mit immer denselben alten Informationen gefüttert. Die Staatsanwälte durchschauten die Absicht und bremsten sich ein. Die Politik, vor allem die ÖVP, hat ein neues Thema gegen die SPÖ.
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ABWEHR
Vergangene Woche versuchte sich die Geschäftsführung der FH Joanneum per offenem Brief zu wehren: Die Urheber der "diskriminierenden Kampagne" schädigten den Ruf der FH und Hunderter Studierender.

















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