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Zuletzt aktualisiert: 26.06.2010 um 21:33 UhrKommentare

Unermüdlicher Kämpfer gegen die dicke Luft

Der Steirer Josef Kancz (65) weiß, wie man alte Heizkessel in heiße Öfen verwandelt. Das spart giftige Abgase und Geld, ist aber wenig bekannt.

Seine Schamottierungen von Brennkesseln brachten Josef Kancz mehrere Umweltpreise ein

Foto © Erwin ScheriauSeine Schamottierungen von Brennkesseln brachten Josef Kancz mehrere Umweltpreise ein

Josef Kancz muss den Kopf schütteln, wenn er an Wintertagen sieht, was bei manchen Häusern aus dem Kamin kommt: dunkle Rauchschwaden durchsetzt mit Rußpartikeln und schädlichen Gasen. Dabei müsste das nicht so sein, wie der 65-Jährige unermüdlich betont. Seit Jahren wendet der Südoststeirer eine Methode an, die die Verbrennung in den Kesseln effektiver macht und mit der man gehörig Geld sparen kann.

Das Geheimnis liegt in der Auskleidung der Brennkessel mit einem speziellen feuerfesten Gestein. Diese Schamottierung bewirkt, dass sich die Temperatur beim Brennvorgang drastisch erhöht. "Die Partikel, die sonst zurückbleiben, werden noch einmal thermisch aufgebrochen, wodurch man eine optimale Ausbeute hat", sagt Kancz. Einsetzen lässt sich die Methode, die dem pensionierten Heizungsinstallateur bereits mehrere Umweltschutzpreise eingebracht hat, sowohl bei Fest- als auch bei Flüssigbrennstoffheizungen.

Beschädigte Kessel

Besonders ältere Heizungsanlagen seien anfällig für Schäden durch die fehlende Schamottierung, sagt Kancz. "Der Kessel wird im Betrieb zu stark abgekühlt. Dadurch bleiben unverbrannte Kohlenwasserstoffe zurück, die als Feinstaub in die Luft gehen. Außerdem lagern sich Schwefel, Blausäure und andere Stoffe ab, die den Kessel beschädigen." Bis zu 60 Prozent der Wärme, sagt Kancz, gingen so durch den Rauchfang verloren.

Der richtige Zeitpunkt, die Kessel auszukleiden, wäre jetzt nach Ablauf der Heizsaison. Für wenige Hundert Euro ließe sich ein Kessel erneuern, so der Experte. "Das dauert einen Nachmittag, nur wissen viele Leute gar nicht, dass man das machen kann." Beratung gibt es bei Fachfirmen oder Rauchfangkehrern.

Kancz selbst berät in seiner Freizeit unentgeltlich Gemeinden in Energiefragen. "Würden alle Leute ihre Heizungen optimieren", sagt er, "dann wäre das ein echter Beitrag zum Klimaschutz."

GÜNTER PILCH

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