Bezirks- und Gemeindesuche
Einen Liter Schilchermischung und drei Toasts
Südweststeirer wird gern aggressiv, wenn er trinkt. Dann fliegen schon einmal Gläser und Drohungen. Einer Kaffeehauswirtin soll er angekündigt haben, er werde ihrem Sohn "die Gurgel durchbeißen".

Foto © APA/Sujet
"Jo, warum soll i denn do wen bedrohen?", fragt der Südweststeirer (40). Gute Frage. Die zu klären ist Aufgabe von Richterin Elisabeth Juschitz.
Er soll im April einer Kaffeehauswirtin angekündigt haben, er werde ihrem Sohn "die Gurgel durchbeißen". "Haben Sie das gesagt?", erkundigt sich die Richterin. "Naa!" - "Und wie kommt sie dann auf so was?" - "Na, vielleicht weil ich einmal von einem Viertelglasl obi'bissen hab'." Und was er damals mit dem Glas gemacht hat? Nur so interessehalber gefragt. "Na, weg'gessen."
Ein Gast habe ihn davor gefragt, warum er sich da hinsetze und nicht neben seinem Bruder im Häfen sitze. Zur Info: Der Bruder ist der, der von einem Polizeiaufgebot rund ums Haus verfolgt wurde, während er mit Bärenpranken mitten in der Nacht laut auf der Ziehharmonika spielte.
Ein anderes Mal, sagt die Wirtin, kam er betrunken ins Lokal und forderte: "Gib mir einen Liter Schilchermischung." Das tat sie nicht, und die Gläser flogen. "Ich hatte Todesangst."
In einem anderen Lokal bekam er seine drei Toasts nicht serviert, ohne vorher zu zahlen. Man kannte ihn. Worauf er anbot, die ganze Galerie Gläser abzuräumen, die Glastür mit dem Aschenbecher zu öffnen, das Lokal zu zerlegen und den Wirt sowie dessen Vater mit dem Lkw niederzuscheiben.
Ob er regelmäßig trinkt? "Ich soll nicht trinken." Nicht sollen soll er schon, aber tun tut er.
Vor dem Urteil keimt fast Einsicht auf. Fast. "I werd' die Lokale nicht mehr betreten, weil . . ." - "Gute Idee", lobt die Richterin. - "Weil . . . is so."
"Sie haben . . .", sagt die Richterin. "Jo." - ". . . zehn Vorstrafen." - "I bemüh' mi eh."
Zu wenig, um einer Verurteilung zu entgehen: Sieben Monate, sechs davon bedingt. Darüber denkt er drei Tage nach.
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