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Zuletzt aktualisiert: 17.05.2010 um 19:37 UhrKommentare

Bischof Kapellari für Ringen um Balance

Steirischer Bischof wünschte sich beim Medienempfang am Montag ein "offenes diözesanes Gespräch" im Klima des Pfarrgemeinderatskongresses.

Bischof Kapellari

Foto © APABischof Kapellari

Mit dem "starken und oft schmerzlichen Transformationsprozess", in dem sich die katholische Kirche befinde, beschäftigte sich der steirische Diözesanbischof Egon Kapellari am Montagabend beim alljährlichen Medienempfang in Graz. Kapellari wies auf das in der Steiermark beginnende "offene diözesane Gespräch" hin: "In das Ringen um eine Balance zwischen Breite und Tiefe der Kirche durch eine starke Mitte sollten besonders auch einander entgegengesetzte Flügel einbezogen werden."

Loslassen und behalten

Darüber stehe die bedrängende Frage: "Was können, was müssen wir loslassen und was müssen wir unbedingt behalten?" Auf diese lapidare Frage, der man sich verstärkt und vertieft zuwenden wolle, gebe es keine einfache und übereinstimmende Antwort, so der Bischof. Den Pfarrgemeinderatskongress in Mariazell vom vergangenen Wochenende nannte er quasi als Vorbild. Dabei sei nichts beschönigt, aber viel Hoffnung und Freude am Glauben wieder erweckt worden: "Ein solches Klima erhoffe ich mir auch für unseren diözesanen Gesprächsvorgang."

Kapellari ging auch noch einmal auf die Missbrauchsfälle ein: "Eine erschütternde Tatsache, dass eine Serie seelischer und körperlicher Verletzungen von Kindern und Jugendlichen durch Priester und andere Träger kirchlicher Verantwortung nun offenbar geworden ist wie Eiterherde, die plötzlich aufbrechen." Wehleidigkeit vonseiten der Kirche gegenüber Medien sei sicher keine berechtigte Antwort auf eine fundamentale Herausforderung zur Läuterung: "Diesbezüglich haben wir in Österreich und auch in der Steiermark allgemein bekannte Schritte getan und werden auf diesem Weg beharrlich weitergehen."

Global gehe es darum, in sozialen und ökologischen Fragen Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen und dafür Allianzen zu suchen. "An solchen Allianzen sollten sich wache Christen zwar auch utopie-kritisch, aber jedenfalls dynamisch beteiligen", so Kapellari. Freilich sei die Kirche als Gemeinschaft von mehr als einer Milliarde Katholiken kein Schnellboot. Neben den vielen Ab- und Umbrüchen gebe es aber auch neue und oft noch kaum bemerkte Aufbrüche, weltweit sei die Kirche im Ganzen ungemein lebendig.


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