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Am Anfang war die Klosterschule
Bereits 1129 gab es in Stift Rein eine erste Schule, in Graz erst ab 1278: Die Stiftsausstellung "Mönche als Lehrer" zeigt deren große Bildungsfunktion.

Foto © Stift Rein
Mit dem Untergang der alten römisch-antiken Kultur kam es vor allem nördlich der Alpen auch sehr schnell zum Niedergang von Bildung, Schriftkenntnis und Schulwesen. Eine dunkle Zeit brach an.
Als direkte Folge wurde die Schriftlichkeit fast zum Monopol der gelehrten Mönche, und auch das Schulwesen des frühen und hohen Mittelalters blieb eng an die Kirche gebunden. Der Grund dafür war ganz einfach: Die Klöster mussten selbst für die Ausbildung der eigenen Novizen in Wort und Schrift sorgen, wobei stets Texte aus den klösterlichen Schreibschulen und Bibliotheken die Grundlage für ihr Lernen bildeten. Daher standen die Klosterschulen auch am Anfang des mittelalterlichen Schulwesens.
Karl der Große (etwa 747 - 814), "der Vater Europas", erteilte den Auftrag an die Stifte, Schulen und Bibliotheken zu errichten. Auch die Universitäten entwickelten sich häufig aus Stifts- und Domschulen und die Lateinschulen als Vorläufer der späteren Gymnasien wurden von Klöstern geführt.
Historische Tradition
Mit der Ausstellung "Mönche als Lehrer" zeichnet Stift Rein heuer die historische Linie dieser traditionellen Bildungsfunktion der Klöster nach. Besonders die reichen Bestände der Stiftsbibliothek und des Stiftsarchivs mit ihren Originalhandschriften und Urkunden vom 12. bis zum 19. Jahrhundert sowie wertvolle gedruckte Bücher vom 15. Jahrhundert bis zur Gegenwart machen den kulturprägenden Geist des Mönchtums durch die Epochen erlebbar: Seit 1129 leben und lehren im heute weltältesten Zisterzienserkloster die Mönche. Bis zum Ende des 15. Jahrhunderts bot die dortige Stiftsschule überhaupt die einzige Bildungsmöglichkeit der ganzen Region. Ganz anders heute: Nun gibt es mehrere Dutzend Schulen allein im Umkreis von 20 Kilometern.
Die Ausstellung ist vielschichtig und reicht von Isidor von Sevilla bis hin zur Musik im Unterricht. Vor allem Bischof Isidor gilt ja als einer der Ahnherren des Schulwesens, da er um 600 eine zwanzigbändige Enzyklopädie verfasst hat, in der er den Versuch startete, das gesamte Wissen seiner Zeit zusammenzufassen. Deshalb gilt er seit 2001 als Schutzherr des Internets. Aber der Bischof richtete auch viele Schulen und Bibliotheken ein und legte stets großen Wert auf die Ausbildung seiner Kleriker.
Notizen von anno dazumal
Auch dem römischen Klostergründer Cassiodor ist Raum gewidmet. Und historische Schulbücher, die zum Teil noch mit Notizen oder Bildern der Schüler versehen sind, geben Einblick in längst vergangene Unterrichtseinheiten. "Über viele Jahrhunderte ist Bildung nur in den Klöstern erfolgt, und auch heute sind ja noch zahlreiche Schulen in Klöstern untergebracht", betont Kurator Max Lippitsch.
TV-Tipp: Am 31. März um 20.15 Uhr wird auf 3sat im Rahmen einer sechsteiligen Serie die 45-minütige Dokumentation "Alpenklöster - Stift Rein" gezeigt. Sie bietet Einblicke in das Leben der 18 dort lebenden Zisterziensermönche.
Features
Alltag im Kloster
19 Mönche leben zurzeit im steirischen Stift Rein. Der Älteste von ihnen ist 80 Jahre alt, der Jüngste gerade erst 19. Ihr Leben steht im Zwiespalt zwischen der spirituellen Zurückgezogenheit im Kloster und der Seelsorge, die sie in der Pfarre leisten. Einen Einblick in das Leben und den Alltag der Mönche im weltältesten Zisterzienserkloster bietet die 45-minütige Dokumentation "Alpenklöster - Stift Rein" auf 3sat, die um 20.15 Uhr ausgestrahlt wird.
Zur Ausstellung
"Mönche als Lehrer" in der Stiftsbibliothek in Stift Rein ist ab sofort bis 6. Jänner 2011 im Rahmen einer Führung zu sehen. Führungen täglich um 10.30 Uhr, an Sonn- und Feiertagen um 11 Uhr.
Info: Tel. (0 31 24) 51621-53
www.stift-rein.at

















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