Bezirks- und Gemeindesuche
"63 Jahre danach": Denkmäler werden enthüllt
20 Objekte, neun Orte, eine Geschichte: Das sichtbare Ergebnis einer langen Diskussion wird endlich der Öffentlichkeit präsentiert.
Es hätte ganz einfach gehen sollen: "Die Landesregierung wird aufgefordert", formulierten vier Abgeordnete zum steirischen Landtag, "ein Mahnmal oder eine Gedenktafel zur Erinnerung an die Opfer des Nationalsozialismus zu errichten". Anlass war das Gedenkjahr 2008, siebzig Jahre nach dem "Anschluss". Der Landtag stimmte einstimmig dafür. Auch als es darum ging, mehr als eine Plakette anzubringen, war die Zustimmung einhellig.
Inzwischen sind schon wieder zwei Jahre vergangen. Vom Gewölbe des Burgtors spricht der einstige Gauleiter der Steiermark, Sigfried Uiberreither, die Passanten an und erinnert sie daran, dass er damals nicht allein den Ungeist des Nationalsozialismus in das Land getragen hat. Aus der Gedenktafel war viel mehr geworden und der Bogen des Burgtors nur der Anfang. An dem, was folgte, waren viele Menschen beteiligt, mehr als man hier auflisten kann.
Steirische Wissenschafter haben Fotos aus jenen Jahren gesammelt, Landtagsabgeordnete sie kommentiert, die Leserinnen und Leser unserer Zeitung die Wahl getroffen. Bürgermeister und Gemeinderäte in 12 Orten der Steiermark mussten sich entscheiden, ob sie die Erinnerungsstücke auch im Ort haben wollten. Acht wollten, vier lieber nicht. Graz fand für 12 der Werke einen geeigneten Standort, was ohne Entbiederes Mahnmal in der Wand der Grazer Burg je erreichen könnte.
Gerz setzt Prozesse in Gang, deren Ergebnis er selber noch nicht kennt. Deshalb fiel die Wahl des Instituts für Kunst im öffentlichen Raum Steiermark auf ihn, deshalb haben wir als Zeitung gerne mitgemacht an allen Phasen des Projekts.
Enthüllung
Diese Woche ist es nun endlich so weit. Das sichtbare Ergebnis jahrelanger Diskussionen und Abstimmungen ist zu besichtigen und diese Beilage ist die offizielle Einladung an Sie, liebe Leserin, lieber Leser, sich die Arbeiten an Ort und Stelle anzusehen, mit dem Künstler über seine Idee zu diskutieren und sich eine Meinung zu bilden über seine, über Ihre Arbeit. gegenkommen des Magistrats in der kurzen Zeit kaum möglich gewesen wäre. Angesichts der Komplexität städtischer Behördenverfahren ist das ein Zeichen der hohen Zustimmung, die das Projekt hat.
Ein Mann aber muss namentlich genannt werden, denn auf ihn geht die Idee für dieses Langzeitprojekt zurück: Jochen Gerz. Der deutsche Künstler, mit dem wir am Ende dieser Beilage ein Gespräch publizieren, hat schon vielerorts Erinnerungen aufgefrischt, unangenehme Erinnerungen. Er hebt nicht oberlehrerhaft den Zeigefinger, sondern stößt Debatten an. Diskutieren müssen die Angestoßenen dann selber. So erreicht er ein breiteres Publikum, als eine Plakette oder ein
Features
Fakten
Vom 11. bis 13. März werden insgesamt 20 dem öffentlichen Votum folgende Bild/Text-Objekte in acht steirischen Gemeinden und an 12 Standorten in Graz öffentlich präsentiert. Vor Ort finden Dialoge mit dem Künstler und VertreterInnen der verschiedenen Öffentlichkeiten statt.
Genaues Programm
Enthüllungen
- 11. März, 10 Uhr: Köflach (Rathaus)
- 11. März, 12 Uhr: Gleisdorf (Dr. Hermann Hornung Gasse)
- 11. März, 16 Uhr: Wagna (Marktplatz)
- 11. März, 18.30 Uhr: Feldbach (Hauptplatz)
- 11. März, 19 Uhr: Feldbach (zentrum, Ringstraße)
- 12. März, 9 Uhr: Eisbach-Rein (Bushaltestelle)
- 12. März, 13 Uhr: St. Ilgen (Kirchplatz)
- 12. März, 16 Uhr: Selzthal (Bahnhof)
- 12. März, 18.30 Uhr: Leoben (Buchmüllerplatz)
- 12. März, 18 Uhr: Leoben (Kunsthalle)
- 13. März, 11 Uhr: Graz (Freiheitsplatz)
- 13. März, 12 Uhr: Schlossbergplatz
- 13. März, 12.30 Uhr: Am Eisernen Tor
- 13. März, 13 Uhr: Bischofsplatz
- 13. März, 13.30: Grazer Burg




















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