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Zuletzt aktualisiert: 22.02.2010 um 16:12 UhrKommentare

SP setzt höhere Mindestsicherung durch

Gegen die Stimmen der ÖVP leitete die SPÖ ihren Vorschlag an den Landtag weiter - und hofft dort auf eine Mehrheit. KPÖ und Grüne signalisieren ihre Zustimmung.

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Quelle © Filmvorschau | Foto: KLZ Digital Mindestsicherung: Uneinigkeit in Landesregierung

Schneller als gedacht passierte der Vorschlag von SPÖ-Sozialreferent Siegfried Schrittwieser für die steirische Mindestsicherung gestern die Landesregierung. Nachdem keine Einigung mit der ÖVP mehr abzusehen war, zog die SPÖ ihren Vorschlag im Alleingang durch.

Fakten

Ab Herbst soll in Österreich die Notstandshilfe durch die bedarfsorientierte Mindestsicherung ersetzt werden, diese soll rund 740 Euro ausmachen.

Im Kern geht es bei der Auseinandersetzung, wie berichtet, um die Höhe der Mindestsicherung: Die SPÖ will entgegen der schlechteren Bundesvereinbarung an der 14maligen Auszahlung von 744 Euro festhalten. Die ÖVP will sich bei Neufällen an die Bundesregelung halten und die Auszahlung auf 12mal 744 Euro beschränken. Für ihre Variante braucht die SPÖ noch eine Mehrheit im Landtag. Die Grüne Abgeordnete Edith Zitz und die KPÖ-Mandatarin Claudia Klimt-Weithaler signalisieren grundsätzlich ihre Zustimmung. Es werde aber auf die Details der 15a-Vereinbarung mit dem Bund ankommen, zum Beispiel auf die Frage, in welcher Weise der Wohnaufwand berücksichtigt wird und ob auch Menschen mit Migrationshintergrund anspruchsberechtigt ist. Tendenziell würden KPÖ und Grüne gerne noch weiter gehen als die SPÖ, was die Höhe des künftigen Rechtsanspruchs auf ein Existenzminimum betrifft.

Die SPÖ rechtfertigt ihren Vorschlag damit, dass arbeitsunfähige Menschen dies auf einer Gesundheitsstraße nachweisen müssten und alle anderen bei Annahme einer Arbeit oder bei Arbeitsverweigerung ohnehin ihre Ansprüche verlieren.

Für ÖVP-Chef Hermann Schützenhöfer ist wichtig, dass die Mindestsicherung nicht höher ist als das Erwerbseinkommen für einen 40-Stunden-Job, "Arbeit muss sich lohnen, auch für die Billa-Verkäuferin, die 790 Euro verdient, und für den Fleischergesellen mit 900 Euro."

CLAUDIA GIGLER

Pro & Contra

Die SPÖ ist für 14-mal 744 Euro:

Eine Zwei-Klassen-Gesellschaft (Altfälle und Neufälle) dürfe nicht geschaffen werden.

Von sozialer Hängematte könne keine Rede sein, weil bei Job-Verweigerung die Ansprüche vefallen.

Mehrkosten durch den neuen Rechtsanspruch könnten entstehen, aber die Absicherung gegen die Armut sei ja das Ziel.

Die ÖVP ist gegen 14-mal 744 Euro:

Eine so hohe Summe sei ungerecht gegenüber jenen, die voll arbeiten und kaum mehr verdienen

Eine Vereinheitlichung sei das Ziel, die Steiermark habe bisher wesentlich mehr an Sozial- und Notstandshilfe gezahlt als andere Bundesländer

Die Mehrbelastung für den Landeshaushalt sei nicht abzusehen.

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