Bezirks- und Gemeindesuche
"Aber das Navi hat's ja so angezeigt"
Navigationssysteme sorgen immer öfter für gefährliche Irrfahrten. Wieder musste die Feuerwehr einem vom "Navi" fehlgeleiteten Lkw-Fahrer helfen. Experten orten eine blinde Technikgläubigkeit.

Foto © AP/SujetImmer wieder vertrauen Fahrzeuglenker dem Navi blind
Auf einmal ging nichts weiter. Hilflos stand ein niederösterreichischer Lkw-Lenker am Montag mit seinem Sattelschlepper auf der schneeglatten, kurvigen Gemeindestraße zwischen Hohenbrugg und Unterlamm. Der Lastwagen zu groß, die Straße zu schmal - erst die Feuerwehr half dem Brummifahrer aus dem Schlamassel.
"Aber das Navi hat's mir so angezeigt!" Diesen Satz hören Feuerwehrleute in diesem Winter oft, wenn sie zu Lkw-Bergungen ausrücken müssen. So wie Ende Jänner, als nach einem Unfall der Wechselabschnitt der A 2 gesperrt war. Gleich mehrere Lkw-Fahrer wurden von ihrem Navigationsgerät über den nur Einheimischen bekannten "Fuchsnriegel" umdirigiert. Ein 40-Tonner schaffte die Steigung nicht.
Das passierte einem Lkw-Lenker auch in Graz, als er wegen eines Tankwagenunfalls auf der "Süd" eine Ausweichroute suchte. Das Navi leitete den Mann auf die steile und an diesem Tag rutschige Hohenrainstraße. Als der Lenker umdrehen wollte, blieb er hängen: Feuerwehreinsatz!
"Das Navi soll helfen, ein unbekanntes Fahrtziel zu erreichen und nicht unbedingt den kürzesten Weg zu finden", sagt dazu Oberst Wolfgang Staudacher, Leiter der Landesverkehrsabteilung. Viele Probleme würden damit zusammenhängen, dass Navi-Besitzer das System nicht regelmäßig aktualisieren. Auch die Qualität der Navigationsgeräte sei eine wichtige Frage. "Geräte um 150 bis 350 Euro sind nix für Lkw. Da gibt es eigene Modelle mit besserem Kartenmaterial, die auch Durchfahrtshöhen und Steigungen berücksichtigen", erklärt Steffan Kerbl vom ÖAMTC.
Route sorgfältig planen
Doch auch die neusten Karten und die beste Technik nehmen den Fahrer nicht aus seiner Verantwortung. "Gerade Berufskraftfahrer sind dazu angehalten, ihre Route sorgfältig zu planen und den temporären Verhältnissen anzupassen. Die Ausrede auf das Navi ist faul", sagt Kerbl.
Fast jeder zehnte Navi-Besitzer vertraut seinem Gerät blind, ergab eine Umfrage des ÖAMTC. Wer deshalb in eine missliche Lage gerät, kann neben einer Verwaltungsstrafe unter Umständen auch die der Bergungskosten durch die Feuerwehr zahlen. Diese sture Technikgläubigkeit kann sogar lebensgefährlich werden. Erst am Sonntag wurde ein Pole im Strengener Tunnel in Tirol zum Geisterfahrer, weil ihm sein Navigationsgerät zuvor empfahl: "Wenn möglich, bitte wenden!"
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Bild vergrößernDie Feuerwehr musste einem Lkw-Fahrer helfen, der auf eine zu enge Straße geleitet wurdeFoto © Karl Polt/FF
Die Feuerwehr musste einem Lkw-Fahrer helfen, der auf eine zu enge Straße geleitet wurdeGrafik © Karl Polt/FF


















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